Wasserburg – Zeitgenössische Kunst in großer Vielfalt zeigt derzeit die Jahresausstellung des Arbeitskreises 68 im Wasserburger Rathaus und in der Galerie im Ganserhaus. Traditionell wurde die Ausstellung nach coronabedingter Pause wieder mit einer großen Vernissage im Rathaussaal eröffnet.
Die Banner des Kunstvereins vor dem Rathaus und fünf aufsehenerregende Skulpturen auf markanten Altstadtplätzen kündigen es an: In Wasserburg ist Große Kunstausstellung (GKA).
Die Innstadt wird in den nächsten vier Wochen wieder zur Kunststadt. Mittlerweile ist es ist die 55. Jahresausstellung des AK68 seit seinem Gründungsjahr 1968. In den Wochen zuvor hatten die Mitglieder im Kunstverein alle Hände voll zu tun: Einreichungen und Jurierung, Aufstellung der Stellwände im Rathaus und der Skulpturen im Außenbereich und zuletzt das Aufhängen der Kunstobjekte selbst. Beachtliche 500 Arbeiten von 150 regionalen und überregionalen Kunstschaffenden wurden eingereicht, 106 Künstler für die Ausstellung ausgewählt. „Darunter mehr Skulpturen und Fotografie als sonst“, so die Erste Vorsitzende des Kunstvereins, Katrin Meindl. „Erfreulich ist auch die steigende Beteiligung von jüngeren Künstlern“, stellte sie fest. Neben ihr waren Ingolf Hatz, Marion Hupf, Anna Kruse und Manuel Michaelis in der Jury. Neu ist diesem Jahr ein temporärer Skulpturenweg, der die Besucher entlang der Ausstellungsorte Rathaus und Ganserhaus begleitet. Auch im Rathaussaal erleben Interessierte ein neues Raumgefühl. Die Position der Stellwände sorgt für ungewohnte Sichtachsen zwischen zeitgenössischer Kunst und den Historienmalereien von Maximilian Ritter von Mann um das Jahr 1900. Rathauschef Michael Kölbl dankte in seiner Rede dem AK68 für die kontinuierliche Arbeit. Trotz pandemiebedingter Einschränkungen sei diese nicht nur erfolgreich weitergeführt worden, vielmehr seien sogar neue Aktivitäten hinzugekommen, wie das Kunstprojekt am ehemaligen Umspannwerk, so Kölbl.
Der von der Sparkasse Wasserburg und dem Kunstverein mit 1000 Euro dotierte „Preis für Junge Kunst“ ging in diesem Jahr an Josefine Pytlik. Sie wurde für ihre Textilarbeiten ausgezeichnet. Die Nachwuchskünstlerin transformiert gebrauchte Stoffe wie beispielsweise Handtücher zu völlig neuen, statischen Objekten.
Eine besondere Ehrung mit einer eigenen Stellwand wurde auch den Gründungsmitgliedern des AK68, Willy Reichert, Emil Kaser, Michael Sandl und posthum dem 2018 verstorbenen C.A. Wasserburger,zuteil. Schließlich ist es ihnen zu verdanken, dass sich aus der ersten, damals noch kritisch beäugten Ausstellung im November 1968 ein Kulturereignis entwickeln konnte, das heute große Beachtung findet.
Die Große Kunstausstellung des AK68 ist noch bis 28. August im Rathaus und der Galerie im Ganserhaus zu sehen, täglich von 10 bis 18 Uhr. re