Mühldorf – Kaum mehr Tote, wenige schwer Corona-Kranke und trotzdem wirkt sich die Pandemie in der Region wieder massiv aus. Vor allem die Krankenhäuser spüren die verschärfte Lage. Denn nicht nur der Landkreis Mühldorf liegt mit einem Inzidenzwert von 1022 in der Spitzengruppe der deutschen Landkreise. Die Nachbarn in Altötting haben sogar noch höhere Zahlen zu melden. Dort lag die Inzidenz gestern bei 1089 sogar noch weiter vorn.
Personalnot
nimmt stetig zu
In den Krankenhäusern Mühldorf und Altötting liegen derzeit 59 mit Corona infizierte Patienten, weit weniger als während der Welle im vergangenen Jahr. Trotzdem ist das „InnKlinikum“ schon jetzt voll getroffen, sagt der Mühldorfer Lungenchefarzt Dr. Gregor Zimmermann. Das trifft auch das Personal: „Leider beklagen wir schon wieder einen massiven Personalausfall aufgrund von Corona-Infektionen“, sagt Zimmermann“. Nach seinen Angaben fallen derzeit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter coronabedingt aus. „Nur durch Personalverschiebungen, beispielsweise von Haag nach Mühldorf, ist es uns derzeit möglich, die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten.“ Für die Patienten besonders schwerwiegend: „Zahlreiche planbare Eingriffe, mussten verschoben werden. Es werden aktuell lediglich Notfälle, dringliche Patienten oder Patienten mit Verdacht auf einen bösartigen Tumor operiert. Lungenarzt Zimmermann geht davon aus, dass die Zahlen weiter rasant steigen und sich die Personalsituation weiter zuspitzen wird. „Wir müssen die Kräfte wieder bündeln und Personal, dass an allen Ecken benötigt wird, wieder umplanen. „Bei weiterem Anstieg der Zahlen müssten die Kliniken Ihre Kapazitäten im Covid-Bereich wieder massiv aufstocken. Das bedeutet, dass aber Personal in anderen Bereichen reduziert werden muss.“
Zimmermann hofft, dass die Menschen in der Region wieder etwas vorsichtiger werden und sich vor allem impfen lassen. „Jeder sollte jetzt prüfen, ob nicht eine Auffrischungsimpfung sinnvoll ist“, sagt er. „Das ist ein wirksamer Schutz, um schwere Verläufe zu reduzieren und nicht ins Krankenhaus zu müssen.“
Denn auch das zeigt die Omikron-Herbstwelle: Die Zahl der schweren Corona-Erkrankungen ist trotz der hohen Inzidenz niedriger als im Vorjahr. Es gibt weniger Patienten, die wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Auch die Zahl der Toten ist deutlich gesunken. Gestern meldete das Robert-Koch-Institut für den Landkreis Mühldorf bei den Corona-Infektionen einen Siebentagewert von 1022 und 298 Neuinfektionen.