Eiselfing – Die Gemeinde Eiselfing wird im kommenden Jahr Mitglied des neuen Klimaschutz-Netzwerks Rosenheim-Traunstein. Das entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
Prof. Dr. Dominikus Bücker vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) in Rosenheim stellte dem Gremium das Projekt vor. Die Mitgliedschaft sei auf drei Jahre ausgelegt und werde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. „Das Netzwerk bietet eine umfassende Bestandsaufnahme für die Kommune, eine flexible Beratung nach individuellem Bedarf und wir haben auch Erfahrung bei Bürgerbeteiligungsmodellen“, so Bücker.
Regelmäßiger Erfahrungsaustausch
Neben dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit knapp 20 anderen künftigen Mitgliedskommunen rund um die Themen nachhaltige Energieversorgung, Klimaschutz und effiziente Nutzung von Energie sollen nach der Beratung im Gemeinderat vor Ort mithilfe von anerkannten Experten konkrete Projekte umgesetzt werden. „Zusätzlich etwa zur Installation von Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wird es dabei unter anderem auch um nachhaltige Wärmeversorgungsanlagen gehen. Bei der Neuausweisung von Bebauungsplänen müssen Themen wie erneuerbare Energiegewinnung und deren Nutzung und Speicherung als lokales Gesamtkonzept eine verstärkte Rolle spielen“, fasste Bürgermeister Georg Reinthaler die ersten Ziele zusammen.
Der Beitritt kostet die Kommune 8000 Euro jährlich, also insgesamt 24000 Euro auf drei Jahre – so lange ist die Mitgliedschaft erst mal vorgesehen. Dabei seien die 60 Prozent Förderung schon abgezogen, wie Reinthaler auf Anfrage der Wasserburger Zeitung berichtete. Der Gemeinderat habe ausführlich über den Beitritt zum Klimaschutz-Netzwerk diskutiert. Unter anderem wurde beanstandet, ob ein so großes Netzwerk mit vielen Experten nötig sei für eine „kleine Landgemeinde“ wie Eiselfing. Das würde den Haushalt zusätzlich belasten, so der Tenor in der Sitzung, wie der Rathauschef erklärte. Er selbst habe sich für den Beitritt entschieden. „Wir wollen vom Wissen der Experten profitieren“, so Reinthaler. Zunächst gehe es in die Beratungen. „Wir schauen, was in Eiselfing möglich ist. Wir wollen auch nicht 20 Projekte lostreten, die dann nur in der Schublade landen“, verdeutlichte er. Die Kommune stelle sich eine Handvoll Vorschläge vor, die tatsächlich umgesetzt werden können. „Klimaschutz ist sehr umfangreich. Es bedeutet nicht nur Fotovoltaikanlagen auf den Dächern“, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeinde will unter anderem auch das bestehende Nahwärmenetz ausbauen. In der Grund- und Mittelschule befinde sich die zentrale Heizstation, die mit Pellets befeuert werde. An ihr seien der Kindergarten und das Rathaus angeschlossen.
Pläne sollen verpflichtend sein
Außerdem sollen bei neuen Bauvorhaben verschiedene Aspekte miteinbezogen werden.
„Wenn ein Nahwärmeanschluss möglich ist, muss er genutzt werden“, verdeutlicht Reinthaler. Die ausgearbeiteten Pläne des Klimaschutz-Netzwerks sollen also verpflichtend sein.
Der Gemeinderat sprach sich schließlich mehrheitlich mit 9:5 Stimmen für den Netzwerkbeitritt aus. Entsprechende Haushaltsmittel – mit insgesamt 60 Prozent vom Bund gefördert – sind in den kommenden drei Jahren von der Gemeinde einzuplanen.