Wasserburg – Für viele Menschen mit Behinderung bedeutet ein Auto eine besonders wichtige Möglichkeit, um mobil zu sein und zu bleiben. Vor öffentlichen Einrichtungen und an wichtigen zentralen Punkten sind darum ausreichende Behindertenparkplätze wichtig, zum Beispiel vor Supermärkten, Arztpraxen, Theater und Kino, Restaurants und Bahnhöfen, weiß Edith Kafka vom Behindertenbeirat der Stadt Wasserburg. „Die Wege müssen kurz sein für Menschen mit Gehbehinderung“, macht sie im Gespräch mit der OVB-Redaktion deutlich. Der Behindertenbeirat habe deshalb in Wasserburg angeregt, den Bedarf an Stellplätzen neu zu analysieren und weitere Parkmöglichkeiten einzurichten. „Wenn sich das städtische Leben verändert und wichtige Einrichtungen umziehen, dann muss einfach umgeplant werden, damit auch Menschen mit Behinderungen weiterhin gut am Leben teilhaben können“, findet Kafka.
Der Bauausschuss beschäftigte sich infolgedessen mit mehreren möglichen neuen Standorten für Behindertenparkplätze: Vor dem Bürgerbahnhof, so hieß es, gebe es derzeit schon Stellplätze für Menschen mit Behinderung, aber die seien leicht abschüssig und somit nicht optimal nutzbar. Der Behindertenbeirat wünschte sich deshalb andere Parkmöglichkeiten, da sich in unmittelbarer Nähe der Bürgerbahnhof und das „Cafesito“ befinden und an dieser Stelle Behindertenparkplätze besonders wichtig seien. Das Bauamt schlug vor, unter der Rampe zwei zusätzliche Stellplätze für Schwerbehinderte zu schaffen. Das sei hier unmittelbar an der Zufahrt möglich, beschrieb Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann in der Ausschusssitzung die Lage. Christian Stadler (Bündnis 90/Grüne) gab zu bedenken, dass durch neue Parkplätze an dieser Stelle der bestehende Grünstreifen unterbrochen würde und schlug vor, die freigewordenen Parkplätze des Carsharing-Anbieters Mikar umzubauen. Diese Möglichkeit solle nun in Absprache mit dem Behindertenbeirat geprüft werden, beschloss der Bauausschuss.
Durch den Umzug der VHS an den Heisererplatz sei auch dort mehr Bedarf an behindertengerechten Stellplätzen entstanden, machte Ethel Kafka deutlich. Der Bauausschuss stimmte dem Anliegen einstimmig zu und beschloss, vor dem ehemaligen Polizeigebäude am Kaspar-Aiblinger-Platz in unmittelbarer Nähe zur VHS künftig einen Behindertenstellplatz und Fahrradstellplätze anzubieten. Auch vor dem Rathaus soll ein zusätzlicher zweiter Parkplatz für Menschen mit Behinderung entstehen. In diesem Fall sei nur eine Änderung der Beschilderung notwendig, erklärte Herrmann. Der Bauausschuss war einstimmig dafür.
Insgesamt, so Kafka, befinden sich aktuell im Stadtgebiet laut Bauamt elf Parkplätze für Behinderte – zusätzlich zu denen in den Parkhäusern und auf Privatgeländen (wie beispielsweise Kliniken). 77 Personen haben in Wasserburg den notwendigen blauen Parkausweis – dazu kämen aber noch ungezählte Tagesgäste, die ebenfalls auf Behindertenparkplätze angewiesen sind, vermutet Kafka.