Maitenbeth – Mit Gerhard Poprawa, der im Alter von knapp 80 Jahren verstorben ist, wurde auf dem Maitenbether Kirchenfriedhof ein Gemeindebürger zu Grabe getragen, der über viele Jahre das Vereinsleben in Maitenbeth mitgestaltet hat. Musikalisch begleitet von der Gruppe Belcanto, zelebrierte Diakon Andreas Klein die Trauerfeier. Die Fahnenabordnung des Schützenvereins Alpenblick und eine überaus große Anzahl von Trauergästen gaben dem Verstorbenen das letzte Geleit. Richard Hirt würdigte die Verdienste, die er sich um den Schützenverein Alpenblick gemacht hatte. Gerhard Poprawa wurde am 16. Mai 1944 in Schellenberg in der Gemeinde Maitenbeth geboren und wuchs mit fünf Geschwistern auf. Dort verbrachte er seine Kindheit und Schulzeit. Nach seinem erfolgreichen Schulabschluss erlernte er den Beruf eines Maschinenschlossers und arbeitete fast 40 Jahre bei der Firma AEG im Bahnleitungsbau. Dies brachte mit sich, dass er viel auf Montage in Deutschland unterwegs und somit selten zu Hause war. So sah er seine Kinder nicht in gewohnter Weise aufwachsen, war aber immer unglaublich stolz auf sie.
Einen schweren Schicksalsschlag musste er 1977 hinnehmen, als sein Sohn Roland durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Das miteinander Reden war nie seine starke Seite, er war eher der aufmerksame Beobachter, der zuhörte und zum passenden Zeitpunkt mit seinem trockenen Humor die Menschen zum Lachen brachte. Gerhard Poprawa war so etwas wie ein Unikat, ein Buch mit sieben Siegeln, dem es wichtig war, seine Geheimnisse zu bewahren.
Seine zweite Frau Anna lernte er beim Einkaufen kennen und im Jahr 2000 beschloss er, mit ihr gemeinsam durchs Leben zu gehen. Gerhard Poprawa fühlte sich nicht nur auf vereinsinternen Faschingsbällen immer für die Gestaltung der Dekoration und für fantasievolle Auftritte verantwortlich, sondern war als leidenschaftlicher Tänzer immer auf der Tanzfläche zu finden.
Als junger Mensch hatte er sich dem Fußball verschworen. Später verbrachte er mit seinen Söhnen viel Zeit an Sonntagnachmittagen beim Fußball auf der „Poprawa-Bank“, denn Fußball lebte und liebte er über alles. Aber auch das Skispringen und der Schützensport zählten zu seinen Hobbys. Er war Gründungsmitglied des Schützenvereins Alpenblick Maitenbeth und dort auch viele Jahre im Vorstand tätig, davon von 1979 bis 1987 als Schützenmeister. Auch den FC Maitenbeth unterstützte er als gelernter Schlosser immer tatkräftig, war unter anderem mitverantwortlich für die Installation der Flutlichtanlage. Zudem führte er den Verein 1976 auch als Vorsitzender und wurde zum Ehrenmitglied des FC Maitenbeth ernannt.
Obwohl er eigentlich Fisch nicht mochte, hatte er immer viel Freude an seinem Fischweiher, an dem er auch Enten und Hühner hielt und der für ihn zu einer Art zweiter Wohnsitz wurde. Gerhard Poprawa hatte viele Talente. Er war ein guter Zeichner und schlug oft gefühlvoll zu Musik mit Löffel oder Hand den Takt. In späteren Jahren machte er sich auf in Richtung Ungarn und betrieb dort im Sommer viele Jahre Weinbau. Mit zunehmendem Alter zog er sich immer mehr zurück, wurde ruhiger und in sich gekehrt.
Seine Familie konnte sich noch von ihm verabschieden, als er am 20. Februar im Krankenhaus Ebersberg für immer seine Augen schloss.rl