Wasserburg – Wilde Müllablagerungen seien eher die Ausnahme, stellte die Stadtverwaltung anlässlich der verspätet abgehaltenen Bürgerversammlung im Frühjahr 1999 fest. Allerdings sähe dies in der Nördlichen Burgau und an der Überfuhrstraße an einigen Container-Inseln anders aus. Deshalb werde erwogen, demnächst Videokameras anzubringen, um mögliche Übeltäter zu überführen.
Bürgermeister Dr. Martin Geiger erinnerte seinerseits an die Umstellung der Müllabfuhr auf das Wiegesystem. Hier stehe keine offene Gebührenerhöhung an, sondern ein weiterer Schritt in Richtung Müllvermeidung und Recycling, betonte er. Die Restmüllmenge werde schon in der Tendenz weniger, die Wertstoffe mehr. Im Bereich der Einführung einer Biomüll-Tonne sei man noch in der Phase des Experimentierens, eine spätere Einführung schloss Geiger nicht aus. Eine Absage erteilte er damals einer Papier-Tonne. Hier wollte man die Papierbündelsammlungen der Vereine nicht als zusätzliche Einnahmequelle gefährden. Der Vortrag „100 Prozent Energie von der Sonne – Utopie oder bald Realität?“, der vom Bund Naturschutz und von RioKonkret organisiert worden war, stieß damals auf reges Interesse.
Professor Dr. Ernst Schrimpff von der FH Weihenstephan erläuterte im übervollen Fletzinger-Saal die nötige Hinwendung zur Sonnenenergie. Dass Kohle, Erdöl, Gas und Uran schon in etwa 50 Jahren verbraucht und als endliche Energieträger wohl nicht mehr infrage kämen, erzwinge diese Energiewende nahezu. Schrimpff stellte damals klar heraus, dass die Behauptung, Sonnenenergie könne nur eine Ergänzung aber kein Ersatz für die Atomenergie sein, eine bewusste Falschinformation sei, mit dem Ziel, aus Profitgründen die Energiewende zu verhindern. Das oft vorgebrachte Argument der Unwirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien ließ der Referent nicht gelten. Er kritisierte dagegen das fehlende Einbeziehen der Umweltkosten von 600 Milliarden Mark bei der Strompreiskalkulation, deren Hauptursache die fossilen und die Uran-Brennstoffe seien.
Zufrieden zeigte sich die Polizeiinspektion Wasserburg mit ihrer Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 1998. Inspektionsleiter Franz Linseis führte die Reduzierung der Straftaten und die höhere Aufklärungsquote von 56,4 Prozent im gesamten Zuständigkeitsbereich dabei auf verstärkte Präventionsmaßnahmen zurück. Mit einer Häufigkeit von 3327 Fällen, auf 100000 Einwohner gerechnet, liege man deutlich unter dem Landesschnitt. Als sicherster Ort habe sich Ramerberg erwiesen. Nur 14-mal wurde dort wegen einer Straftat ermittelt. Zweitplatzierter war Schonstett mit 17 Einsätzen. In der Stadt Wasserburg sei im gleichen Zeitraum dagegen bedauerlicherweise die Zahl der Straftaten von 767 auf 850 gestiegen, so Linseis, der auch besorgt anmerkte, dass immer mehr Jugendliche in den Akten auftauchten.kr