Amphibienwanderung beginnt

von Redaktion

Schutzmaßnahmen und besondere Vorsicht im Landkreis

Mühldorf – Steigen im Frühjahr die Temperaturen, machen sich Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei stellt die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege eine große Gefahr für die Tiere dar, da auf ihren Wanderwegen oft stark befahrene Straßen überquert werden müssen. Deswegen werden seit vielen Jahren im Landkreis Mühldorf während der Amphibienwanderzeit Schutzmaßnahmen in Form von Amphibienzäunen ergriffen.

Diese sollen das Überfahren von Kröten und Fröschen im Straßenverkehr verhindern und eine sichere Wanderung zu den Laichgewässern ermöglichen. Die Amphibienzäune werden entlang von Straßen aufgebaut und während der Wanderzeit in den Frühjahrsmonaten betreut. Die Tiere werden abgesammelt und sicher auf die andere Straßenseite gebracht. An bis zu zehn Standorten werden im Landkreis Zäune mit einer Gesamtlänge von circa vier Kilometern betreut.

Auch Bürger sind aufgerufen, die stark gefährdeten Kröten und Frösche zu schützen, indem sie an den beschilderten Streckenabschnitten ihre Fahrgeschwindigkeit reduzieren. Besonders abends und in den Morgenstunden ist besondere Vorsicht geboten, da in dieser Zeit die meisten Wanderungen stattfinden.

Amphibien brauchen besondere Rücksichtnahme. Denn der Verlust ihrer Lebensräume wie strukturreiche Landschaften, Feuchtgebiete und kleine Tümpel macht ihnen zu schaffen. Arten wie den Grasfrosch oder den Teichmolch waren früher fast überall anzutreffen, heute stehen sie auf der Vorwarnliste. Insgesamt 14 unserer 19 heimischen Amphibienarten werden auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt.

Die Amphibienschutzmaßnahmen im Landkreis Mühldorf werden durch Mittel des Freistaates Bayern gefördert und vom Landratsamt Mühldorf mit der Kreisgruppe des Bund Naturschutz organisiert. Wer sich im Amphibienschutz engagieren möchte, kann sich im Landratsamt Mühldorf bei Philipp Wagner unter Telefon 08631/699719 melden.

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