Mettenheim – Nach den üblichen Grußworten und einer nachdenklichen Rede ging es beim Mühldorfer Landfrauentag im großen Saal des Kreuzerwirts mit einer Mischung aus Nachdenklichem und Humor weiter. Musikalisch untermalt vom Landfrauenchor unter Leitung von Christine Haselbeck am E-Piano wurde zunächst Resi Frauendienst aus Mettenheim verabschiedet. Deren 31 Jahre dauernden Einsatz als langjährige Betreuerin des Chors würdigte Kreisbäuerin Heidi Schmidinger zusammen mit Berta Bauer, die den Chor früher lange Zeit geleitet hatte.
Da für die weiteren Ehrungen noch ein paar Damen fehlten, durfte anschließend Luitpold Klassen die Arbeit des Vereins Klinikclowns Bayern vorstellen, für den an diesem Nachmittag gesammelt wurde. Ausgestattet mit einem Headset, mischte sich der Traunsteiner Lupino Valentino, so sein Künstlername, unter die rund 200 Teilnehmerinnen und wenige Männer.
Zunächst einmal unterschied er Klinikclowns von Zirkusclowns. „Die gestikulieren in einer Manege laut und deutlich, damit man sie auch auf den hinteren Rängen verstehen kann, und leben vom Applaus“, erklärte Klassen. „Wir Klinikclowns dagegen spielen in Kinder-Krankenzimmern oder in Palliativstationen eher vorsichtig und einfühlsam. Unser Applaus ist ein Lächeln eines Kindes oder seiner Eltern.“ Bei ihnen gehe es um Emotionen und um Begegnungen.
Normalerweise seien sie zu zweit an einem festen Tag in der Woche immer für drei bis vier Stunden in einer Klinik und besuchten dort bis zu 15 Kinder, die zum Teil sehr lange im Krankenhaus lägen. Damit sie wiederkommen könnten, seien die nicht ehrenamtlichen arbeitenden Klinikclowns auf Spenden angewiesen.
Flugs zog Lupino Valentino einen Luftballon und eine Luftpumpe heraus, blies damit ein Herz auf und erklärte, dass die Clowns aus hygienischen Gründen nicht selbst pusten dürften. Er selbst sei 62 Jahre alt und habe mit 42 Jahren die Ausbildung gemacht, die einem die nötige Technik in der Hosentasche und das Handwerk für das Improvisieren vermittle.
Auf die Nachfrage einer Teilnehmerin berichtete er, dass die Berufsausbildung zwei bis vier Jahre dauere. Sie habe ihn 12000 Euro gekostet, entgegnete er auf eine weitere Nachfrage. Außerdem verdiene man während der Ausbildung nichts. „Können Sie nach einem Klinikbesuch bei Schwerkranken abschalten?“, fragte eine andere Landfrau. „Das ist schwer. Vor allem, wenn Kinder sterben und man sich vorher nicht von ihnen verabschieden konnte, tut das weh“, entgegnete der Klinikclown, der die Besucherinnen und Heidi Schmidinger abschließend auch mit roten Nasen und einer aufgeblasenen Blume zum Lachen brachte.
Die in Summe eher nachdenklich stimmende Vorstellung rührte die Landfrauen so sehr, dass bei der Sammlung knapp 1500 Euro zusammenkamen. Auf diesen Betrag rundete der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands die Spendensumme auf.
Nach dem Auftritt des Clowns ehrte Heidi Schmidinger als Hauswirtschaftsmeisterin Monika Schmid aus Neumarkt-St.Veit. Als neue Dorfhelferin stellte die Kreisbäuerin Katharina Lunghammer aus Rechtmehring vor, die seit Oktober das Team des Maschinen- und Betriebshilfsrings Altötting-Mühldorf verstärkt. Für herausragende Leistungen in der Ausbildung in der Hauswirtschaft wurden schließlich Rosmarie Staudhammer aus Oberneukirchen persönlich und Rosi Fürstenberger aus Frauendorf in Abwesenheit der Goldene Meisterbrief verliehen. „Rosemarie hat 1989 die Meisterprüfung abgelegt und seither elf Lehrlinge und viele Praktikantinnen ausgebildet“, berichtete Heidi Schmidinger.
Zum Abschluss durften die Landfrauen noch einmal herzlich lachen. Für Schenkelklopfer sorgten die Mettenheimer Landfrauen zunächst mit einem Sketch von einer Beerdigung, bei dem ordentlich über den verstorbenen Ehemann und andere Vertreter seiner Zunft gelästert wurde.
Nach einer Vergrößerung sang die Truppe begleitet von einer Gitarristin mehrere Lieder. Rhythmisch klatschten die Besucherinnen zu dem Refrain „Wer unsere Männer kannte, weiß genau, das ist kein Grund zum Weinen“.
Gastgeberin Heidi Schmidinger zog am Schluss die Bilanz, dass Landfrauen heute selbstbewusst seien und am Puls der Zeit lebten. Sie seien nicht nur Bäuerinnen, sondern bildeten sich fort und reisten gerne. Sie quälten sich auch einmal beim Sport, sagte die begeisterte Radsportlerin. Dietmar Fund