Wasserpreis wird auf vier bis fünf Jahre kalkuliert

von Redaktion

Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Haag befasst sich mit wichtigen Entscheidungen des Gemeinderats

Haag – Die Freie Wählergemeinschaft Haag beschäftigte sich zur Versammlung im „Taj Mahal“ mit wichtigen Entscheidungen des Gemeinderates. Im Visier standen Zentrumsgestaltung, Wasserpreis und Kiesgruben.

In der öffentlichen Darstellung erscheine der Haager Gemeinderat öfter als uneins. Dass es in einem Gremium mit 21 Mitgliedern verschiedene Ansichten gäbe, sei nicht ungewöhnlich. „Weniger Aufmerksamkeit gewinnen leider die meist durchaus sachlichen Beratungen und die daraus sich ergebenen Beschlüsse“, folgerte Dr. Bernhard Grabmeyer. Einige dieser Gemeinderatsbeschlüsse erklärten daraufhin die beiden Gemeinderäte Egon Barlag und Wolfgang Obermaier. Vielen Bürgern Haags sei die „Mondlandschaft“ im Westen des Ortes ein Ärgernis, und schon wieder werde eine neue Kiesgrube aufgemacht. Der Gemeinderat verweigerte bislang die Genehmigung für neuen Kiesabbau, sofern nicht zügig rekultiviert wird. Doch das Landratsamt erteilte dann seinerseits die Erlaubnis für neue Kiesförderung, weil die Bauwirtschaft Kies brauche.

„Wieso hat die Gemeinde den Wasserpreis so stark erhöht?“, fragte Egon Barlag und erklärte, die Kosten für Wasser und Abwasser müssten allein von den Wassergebühren bestritten werden. Dazu werde meist auf jeweils vier bis fünf Jahre ein Preis kalkuliert und festgesetzt. Sollte sich nach dieser Zeit ein Defizit oder ein Überschuss ergeben, werde für den nächsten Zeitraum der Preis erhöht oder gesenkt.

Ein weiteres Thema bildete das sogenannte Räuber- oder Milligassl. Hinter der Molkerei Jäger bietet es für Fußgänger und Radler von der Bürgermeister-Jäger-Straße eine kurze Anbindung an die Ortsmitte. Nun will die Molkerei auf der anderen Seite dieses Gässchens auf einem eigenen Grundstück ein neues unterirdisches Ausgleichsbecken und ein Palettenlager errichten. Damit der Weg aber ungestört erhalten bleibt, wird der Zugang vom Werk aus unterirdisch erfolgen.

Für die Genehmigungen einer Bebauung auf grüner Wiese muss ein Bauherr eine andere Fläche gleichsam „naturbelassen“ als Ersatz zur Verfügung stellen, so die Referenten der „Freien Wähler“. Deshalb wolle auch die Gemeinde für ihre Pläne vorsorglich ein größeres Grundstück erwerben. Die Suche nach einem Platz für Flüchtlingscontainer ist immer eine heikle Angelegenheit, weil Mitbürger belastet werden, stellte man ferner fest. Die Alternative, nämlich die Unterbringung in Turnhallen, wolle aber auch keiner. „Man sieht sich hier von Bund und EU allein gelassen“, so Wolfgang Obermaier. Zur Zentrumsgestaltung wurde geäußert: Seit mehr als einem Jahr arbeiten das Architekturbüro Rainer Heinz aus Rosenheim und die Münchener iq-Projektgesellschaft an einem Masterplan zur Neugestaltung der Ortsmitte. In Arbeitsgruppen von Mitbürgern wurden verschiedene Ziele erarbeitet. Auch wenn so ein Masterplan eher allgemein angelegt ist, sollten nach Meinung der Anwesenden konkrete Beispiel-Vorschläge nicht fehlen. Der Planungsschwerpunkt „Wohlfühlaspekte“ vernachlässigt nach Renate Wortmann die Bedürfnisse der Haager Geschäfte, die für Leben in der Ortsmitte stehen und an die Gemeinde Steuern zahlen. Wolfgang Obermaier fragte, wie die Zusammenarbeit mit dem Besitzer des Bräuhausareals aussehe: „Ohne sie kann die Ortserneuerung nur halb und damit nicht befriedigend gelingen.“

Vereinsvorsitzender Egon Barlag lobte zum Schluss den regen Besuch der monatlichen Vereinsstammtische. Andreas Furch erstellte den Kassenbericht, den vorher Annemarie Ott und Antonio Bruck geprüft hatten. Die FWG Haag wird sich weiterhin um eine Belebung des Krankenhauses bemühen und auf bürgernahe Entscheidungen achten, so Barlag.xy

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