Nachruf

von Redaktion

Griesstätt – Die zu Ende gehende Lebenszeit hat sich bei Rudolf Eser aus Streifl bei Griesstätt in den letzten Wochen vor seinem Tod mehr und mehr abgezeichnet. Aber er hat diese Zeit noch genutzt, so Pfarrer Andreas Horn beim Seelengottesdienst für den Verstorbenen in der Griesstätter Pfarrkirche, um intensiv Abschied zu nehmen von seiner Familie, von seiner Heimat und von Orten, die ihm viel bedeutet haben. Er hat sich auch mit seinem Sterben auseinandergesetzt. Für sein Begräbnis hat er noch recht klar und deutlich seine Wünsche und seine Vorstellungen ausgedrückt. Auch hat er selbst einen Lebenslauf aufgesetzt.

Hinter diesen wenigen Zeilen, so der Geistliche, verbirgt sich ein erfülltes und bewegtes Leben, das geprägt war von Tatendrang und von seiner Zuwendung für seine Familie, von seinem Eifer für seinen Beruf und für seine Hobbys. Pfarrer Horn schaute zurück auf das Leben des Verstorbenen, um sein Leben zu würdigen und um für sein Leben zu danken. Auf dem elterlichen „Hermannseder“-Anwesen in Streifl kam Rudolf, Ralf wurde er von vielen genannt, im April 1947 zur Welt. Mit seinen drei Brüdern wuchs er dort auf, wobei er die Arbeit auf dem Hof und das Leben in der Filzen kennenlernte. Da war seine Heimat und dies hat ihm zeitlebens immer viel bedeutet. Nach der Schulzeit machte er eine landwirtschaftliche Ausbildung und betrieb gemeinsam mit seinem Vater einen Stall mit Hühnerhaltung. Zunächst in Altenhohenau und dann im eigenen Stall, der in Streifl errichtet wurde. Anschließend absolvierte er beim Baugeschäft Mayer in Griesstätt eine Umschulung zum Maurer, bis ein Unfall ihn zu einer neuen Umschulung als Masseur zwang.

Besonders prägend und bedeutsam waren für den Ralf die zwei Jahre im Irak, wo er für eine große Firma arbeitete. Wieder zurück in der Heimat, lernte er seine Frau Christa kennen, mit der er im Jahr 1981 den Bund fürs Lebens schloss. Die drei Kinder Conny, Babsi und Max gehörten bald zur Familie. Der Zusammenhalt in der Familie war für den Ralf immer wichtig.

Als die fünf Enkel den Kreis der Familie erweiterten, war er ihnen ein guter Opa, der sich gerne Zeit für sie nahm. Zwischenzeitlich hat der Verstorbene den Eierhandel von den Eltern übernommen, das Anwesen immer wieder erweitert und ausgebaut.

Eine besondere Rolle spielte für ihn auch das Imkern. Diese Leidenschaft hat er von seinem Opa übernommen. Bis zuletzt war er selbst ein begeisterter Imker. In den letzten Jahren seines Lebens nahmen seine gesundheitlichen Beschwerden aber mehr und mehr zu und die Kräfte nahmen ab. Dank des Zusammenhaltes in der Familie und der treuen Fürsorge war es ihm möglich, auch in dieser schwierigen Zeit daheim, im angestammten Zuhause zu bleiben und gut versorgt zu werden. Bis sich sein Lebenskreis geschlossen hat, an dem Ort, wo er auch einmal zur Welt gekommen ist. Im Familiengrab wurde die Urne von Ralf Eser jetzt bestattet. Wie bereits beim Gottesdienst, den der Kirchenchor gesanglich und musikalisch gestaltete, nahm auch dabei eine große Trauergemeinde teil. Die letzte Ehre erwiesen dem Verstorbenen auch die Fahnenabordnungen des Krieger- und Reservistenvereins, des Trachtenvereins, der Schützengesellschaft und der Feuerwehr, wo er viele Jahre Mitglied war. Vorstand Josef Polatzky würdigte die Verdienste von Ralf Eser beim Krieger- und Reservistenverein in seiner jahrelangen Tätigkeit als Reservistenbetreuer, Schriftführer und als Zweiter Vorsitzender.

Als letztes Zeichen des Dankes legten Vereinskameraden einen Kranz nieder, während drei Salutschüsse abgegeben wurden. Wie es sich der Verstorbene selbst wünschte, spielte am Grab eine Abordnung der Vogtareuther Musikapelle Trauerweisen. ala

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