Ausblick auf große Zukunftsprojekte

von Redaktion

Große Besucherzahl und viele Fragen bei Bürgerversammlung in Gars

Gars – Sehr zur Freude von Bürgermeister Robert Otter und Zweiter Bürgermeisterin Hildegard Brader füllte sich am vergangenen Dienstag der Garser Pfarrsaal zusehends, sodass Otter schließlich vor einer rekordverdächtigen Zuhörerschaft von fast 60 Mitbürgerinnen und Mitbürgern, gestützt auf eine sehr umfangreiche Präsentation, zunächst ausführlich darlegen konnte, was sich im vergangenen Jahr an Erwähnenswertem in der Gemeinde ereignet hatte.

Gemeinde
wächst leicht

Eingangs gab es viele die nach wie vor leicht wachsende Gemeinde charakterisierende Zahlen und Fakten. Von den 4037 Einwohnern haben immerhin 407 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, darunter rund 70 Geflüchtete aus der Ukraine, aus Afghanistan und Nigeria. In diesem Zusammenhang hob Otter hervor, dass diese durch die tatkräftige Unterstützung der Helferkreise in Gars und Lengmoos und durch die Wohnsituation verstreut im Ort recht gut integriert seien und dankte sehr den Helferinnen und Helfern sowie den Wohnungsgebern, die die Grundlage für dieses insgesamt erfreulich unproblematische Zusammenleben geschaffen hätten. Auch wenn Gars das in Relation zur Einwohnerzahl errechnete Soll an Flüchtlingsplätzen derzeit übererfülle: Wer noch Wohnraum für Geflüchtete anbieten könne, solle sich melden, denn diese Form der Unterbringung erspare nicht nur der Gemeinde Gars, sondern insbesondere auch den Betroffenen die Ghettoisierung in Containersiedlungen. Erwähnenswert auch die ausgesprochen hohe Zahl von insgesamt 178 Einsätzen der vier Ortsfeuerwehren im Jahr 2023, die die Anwesenden mit dankbarem und anerkennendem Applaus quittierten und die Robert Otter zum Anlass nahm, um intensiv um Nachwuchs für die Freiwilligen Feuerwehren zu werben. Die Jugendfeuerwehr sei sicherlich eine gute Alternative zum Herumsitzen vor dem PC und auch ältere „Quereinsteiger“ seien sehr willkommen.

Sportliche
Erfolge

Bemerkenswerte sportliche Erfolge der Fußballer, der U14-Volleyballer, der Einradfahrer, der Tischtennisspieler und der Stockschützen haben 2023 vielfachen Anlass zu großer Freude gegeben, und auch beim Überblick über die zahlreichen Feste und Feiern im abgelaufenen Jahr lobte der Bürgermeister das große Engagement seiner Gemeindebürgerinnen und -bürger, das sich hier ebenfalls gezeigt habe. Besonders hervorzuheben die Festakte zum 60-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Gars am Kamp hier wie dort, das 150-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Au am Inn und das „Hundertjährige“ des Trachtenvereins Allmannsau-Lengmoos.

Mit einer Reihe von Tipps und Wünschen, wie man sich im Alltag auf verschiedenste Weise unterstützend einbringen und dadurch nicht nur die Gemeindeverwaltung und den Bauhof entlasten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl weiter stärken könnte, wurde dann zum nicht weniger umfangreichen zweiten Teil des Abends übergeleitet: dem Ausblick in die Zukunft. Dass man die zahlreichen gut angenommenen Fest- und Veranstaltungsformate beibehalten und gegebenenfalls noch weiter modifizieren wird, versteht sich fast von selbst.

Auch auf den verschiedensten Gebieten des umwelt- und klimabewussten Energiemanagements, beim Breitbandausbau und Mobilfunk wird die Gemeinde ihre Anstrengungen weiter fortsetzen, wobei, so Otter, eine starke Bürgerbeteiligung sehr erwünscht sei. Auf das Gewerbegebiet Lengmoos, für das es schon einige Interessenten gebe, und auf geplante Baugebiete wurde hingewiesen und die Notwendigkeit der Sanierung von Abwasserleitungen erläutert.

Zwei große Bauprojekte nahmen in den weiteren Ausführungen entsprechend viel Raum ein: die Generalsanierung der Mittelschule und der umfassende Umbau der „Alten Grundschule“.

Mittelschule
erst 2009 saniert

Obwohl die Sanierung der Mittelschule 2009 noch nicht so lange zurückliegt, war das Ergebnis der ersten fundierten Kostenschätzung niederschmetternd: Über 27 Millionen seien zu veranschlagen, davon blieben nach Auslotung aller nur möglichen Einsparungsmöglichkeiten immer noch über 22 Millionen Euro übrig – eine Zahl, deren Schockwirkung zunächst zu dem Gedanken führte, die Mittelschule Gars aufzulösen. Die dann erforderliche völlige Umstrukturierung des Schulsprengels hätte aber nicht nur für die Schülerinnen und Schüler erhebliche Nachteile mit sich gebracht, sondern die Problematik nur in die Schulen anderer Kommunen verlagert, bei denen zum Teil ein vergleichbarer Sanierungsbedarf besteht. So stand am Ende der klare und mutige Entschluss aller zuständigen Gremien, sich nicht nur auf unbedingt notwendige Brandschutzmaßnahmen und Dachsanierungen zu beschränken, sondern tatsächlich die Generalsanierung anzugehen, nicht zuletzt, damit Turnhalle und Lehrschwimmbecken erhalten bleiben und Räumlichkeiten für die Grundschule nebenan und für die sicherzustellende Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es aktuell hohe Förderungen für die energetische Sanierung solcher Gebäude, sodass schon von daher das Projekt umgehend in Angriff genommen werden soll.

Klassen müssen ausgelagert werden

Eine Nebenwirkung dieser Generalsanierung ist die Notwendigkeit, die Schulklassen während bestimmter Bauphasen auszulagern. Um eine teure Containerlösung zu sparen, sollen diese im Erweiterungsbau des Gymnasiums, der neuen Grundschule und dem umgebauten Gebäude der alten Grundschule untergebracht werden, womit das zweite Bauvorhaben angeschnitten war, das bereits weit fortgeschritten ist, wie zahlreiche Fotos belegten. Nicht ohne sichtlichen Stolz konnte Bürgermeister Otter zeigen, dass hier nach dem völligen Umbau ein modernes multifunktionales und damit das Gemeindeleben bereicherndes Gebäude entstehen wird.

So werden Räume für zwei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen geschaffen, sodass die Gemeinde über den Waldkindergarten, den Kindergarten in Gars und die Kindertagesstätte in Au hinaus ihr gut angenommenes Kinderbetreuungsprogramm noch weiter vergrößern kann. Das „Café Miteinand“ wird erhalten bleiben und neben Ausweichklassenzimmern für die Mittelschule noch ein mittelgroßer Gemeindesaal geschaffen werden, sodass die nächste Bürgerversammlung wohl nicht mehr im Pfarrsaal abgehalten werden muss. Die Einweihung der neuen „Alten Grundschule“ ist für September 2024 geplant.

Zweieinhalb Stunden Vortragsfeuerwerk

Nach fast zweieinhalb Stunden pausenlosem Vortragsfeuerwerk war wohl kaum noch etwas offengeblieben. Es gab aus dem Plenum neben großem Schlussapplaus nur noch wenige Nachfragen zu Details, die zeigten, dass man den Ausführungen des Bürgermeisters durchaus interessiert gefolgt war. Grundsätzliches wurde nicht mehr angeschnitten, sodass man Bürgermeister Robert Otters Eingangsthese, er könne am heutigen Abend ganz viele Argumente anführen, dass Gars eine Gemeinde ist, in der es sich gut leben lässt, wohl als überzeugend bestätigt ansehen darf.

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