Wasserburg – Auf dem Bauausschuss-Tisch landete in der jüngsten Sitzung ein Antrag auf Einbau von sogenannten Lambrequins. Weil das Vorhaben von der städtischen Gestaltungssatzung abweicht, mussten die Mitglieder des Ausschusses darüber entscheiden.
Als Lambrequins werden Zierblenden in der Architektur bezeichnet. Sie zählen im Barock zu den Außenelementen an Gebäudefronten und rahmen Fenster oberhalb in Form eines herabhängenden lappig ausgeschnittenen Behangs ein. So werden Gebäudegesichter gerade in historischen Altstädten optisch aufgewertet.
Lambrequins als Außenelemente dienten ursprünglich als Blenden vor Rollladenkästen oder Jalousien. Sie bestehen häufig aus Kupferblech, sind aber auch in Dunkelgrün lackiert. Es gibt verschiedenste fantasiereiche Ausfertigungen, beispielsweise Nachahmungen von Zierornamenten wie Zinnen- und Bogenfriese oder Diamantquader sowie Wappen. Vor allem im 18. und Jahrhundert bis ins erste Drittel des 19. Jahrhunderts hinein waren diese historischen Sonnenschutzeinhausungen mit französischem Namen typisch für die Häusergestaltung. Sie rückten im Zuge von Sanierungsmaßnahmen allerdings mehr und mehr in den Hintergrund und gerieten schließlich in Vergessenheit.
Mit dem Antrag auf Anbau an den Gebäuden der Salzsenderzeile 18, Ecke Gerblgasse, wird dieser historische Bau ein Revival erleben, was die Ausschussmitglieder um Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann begrüßten. Der „durchaus sinnvollen Befreiung von der Gestaltungssatzung der Stadt“ wurde einstimmig zugestimmt. Marina Birkhof