Haag – Vor 50 Jahren lautete der Untertitel der Wasserburger Zeitung noch „Das Heimatblatt vereinigt mit Haager Bote“. Die Lokalseite war für die Leser deutlich unter dem Logo des Haager Schimmels auffindbar. 1974 wurde der Altennachmittag der Stiftung Auer eingeführt. Die katholische Jugend brachte in Kirchdorf mit dem Lustspiel „Der Wahlkampf“ viel Gaudi auf die Bühne des Pfarrsaals. In Haag öffneten die „Lichtspiele“, das Kino von Ed Ederer in der Mühldorfer Straße, heute Jugendzentrum. Auf dem Programm stand unter anderem „Schloss Hubertus“ von Ludwig Ganghofer.
Die Haager Fischer trafen sich im Gasthaus Kern zur Startkartenausgabe und zum Wiegen. Angesagt war das Bezirksfischen im Baggersee von Schnaitsee. Die Sektion des Haager Alpenvereins brach zur Tour ins Griesener Kar auf.
Kriminalistische Untersuchungen wurden fällig, nachdem der Stadel des Wirts in Winden auf offenem Feld ein Raub der Flammen geworden war. Die Feuerwehr in Winden konnte, obwohl sie laut Bericht des „Haager Boten“ „rasch zur Stelle war“, kaum mehr etwas retten. So fielen auch 20 Zentner Heu dem Brand zum Opfer. Da man als Ursache Brandstiftung vermutete, wurden die Ermittlungen aufgenommen.
Eine Vermisstenanzeige galt einem „jungen Schaf“. Als Finderlohn waren 200 DM in Aussicht gestellt. Eine Neueröffnung feierte die Gastwirtschaft Wadmühl von Peter Westkott als „Roßschänke“. Am Sonntag zelebrierte der Pfarrer mit seinem Kaplan noch drei Gottesdienste in der Haager Pfarrkirche, um 7.30, 9.30 und 19 Uhr.
Die Ankündigung für das Fernsehen beschränkte sich noch auf fünf Programme. Das Erste bot am Wochenende das Spiel „Am laufenden Band“. Das Zweite zeigte den Spielfilm „Die Straßen von San Francisco“. Über den Kiebitz informierte das Studienprogramm. Die Österreicher brachten unter anderem den Krimi „Der Frosch mit der Maske“. Die Haager Kleintierzüchter luden im damaligen Vereinslokal „Silbernagel“ per Ankündigung zu einer „Versammlung, die besonders wichtig ist“. Der Wanderverein Maitenbeth nahm am Volkswandern in Edling teil. Zum Tanzvergnügen ab 20 Uhr lud die Tanzgaststätte Moosham mit den „Top Stars“.
Auf Mühldorfer Landkreisebene debattierte man über den Fluglärm, der viele auch in Zusammenhang mit dem „Verkehrslandeplatz Ampfing“ störte. Bruno Kuserow hatte das beste Blatt beim Skatclub im „Hofgarten“, wo noch der Gründer Leonhard Wieser die Spielabende leitete. Der Einladung des Haager Sponsors Schorsch Auer zum Altennachmittag des „Freundeskreises der alten und ehemaligen Haager“ folgten 70 Bürger im Haus der Arbeiterwohlfahrt. Bürgermeister Sebastian Huber und Pfarrer Georg Götz leisteten mit einer Rede und einer Lesung ihren Beitrag. Die lustigen Geschichten tischte der „Humorist“ Sepp Scheidegger auf. Einig war man sich, dass dieser Altennachmittag zur jährlichen Einrichtung werden sollte. Gemäß der Stiftung von Schorsch Auer waren alle Gäste zechfrei.xy