Griesstätt – Die Griesstätter Imker trafen sich unlängst zur Frühjahrsversammlung im Gasthof Heitmeier in Schonstett. Am Veranstaltungsbeginn wurde der beiden verstorbenen Mitglieder Alois Kolbeck und Rudolf Eser gedacht. Vereinsvorsitzender Josef Lenz schaute auf das vergangene Imkerjahr zurück. Im Gebiet um Griesstätt und Vogtareuth fiel die Honigernte mager aus und zeitweise mussten die hungrigen Bienenvölker gefüttert werden, um die Brut zu retten.
Erhalt ist
bereits Erfolg
Dagegen kamen aus anderen Gebieten Bayerns Meldungen über gute Honigerträge. Heutzutage ist der Erhalt der Völker schon ein Erfolg und es zählt nicht nur die Menge des Honigs. Auffällig war heuer im Februar, dass bereits so früh Drohnenbrut vorhanden war. Folglich dürfte sich auch die Vermehrungszeit nach vorne verschoben haben. Lenz hat sich eine Bienenkönigin gekauft, die auf einer Inselbelegstelle begattet und auf eine bessere Varroamilbenresistenz gezüchtet wurde. Er versprach, Weiselzellen von ihr an die Vereinsmitglieder abzugeben, was in den nächsten Jahren die Qualität der Drohnen im Vereinsbereich heben dürfte. Der Kassenbericht von Franz Huber zeigte, dass die Vereinsführung sparsam gewirtschaftet hat. Er bedankte sich bei der örtlichen Raiffeisenbank für eine Spende. Ein früheres Logo dieser Bank, das auch auf den Sparbüchsen war, zeigte die Biene als Zeichen von Fleiß und Sparsamkeit zum Vorbild für den Sparer.
Die Vorstandschaft wurde von den anwesenden Mitgliedern entlastet. Der Schriftführer Thomas Thaller schilderte einige bereits im Verein erprobte Varroabekämpfungsmethoden chemischer und biologischer Art. Näher ging er heuer auf den Varroxal-Verdampfer ein, den er selbst angewendet hat und den Mitgliedern vorzeigte. Bei diesem elektrischen Gerät wird Oxalsäure zum Verdampfen gebracht. Dieser Dampf wird unter dem Gitterbodenbrett in den Bienenkasten geleitet und vernichtet die Milben. Der Imker muss bei der Anwendung eine Schutzmaske tragen und auf die Windrichtung achten. Diese Methode hat aber nur im Winter zur brutlosen Zeit eine ausreichende Wirkung. Sie ist aber besser für die Bienen verträglich als das Beträufeln der Wabengassen. Im Sommer ist die Bekämpfung der Milben mit der Ameisensäure vorzuziehen. Die Ameisensäure ist wiederum nicht im Winterbeginn anwendbar, weil sie nur bei warmen Temperaturen (nicht unter 15 Grad) verdunstet. Thaller ist überzeugt vom Versprechen der Biologen, dass bis 2030 das Zuchtziel der varroamilbenresistenten Honigbiene erreicht wird. Die älteren Imker äußerten leichte Zweifel am so schnellen Erreichen dieses optimistischen Ziels, weil ihnen schon so oft leere Versprechungen gemacht wurden. Er berichtete auch über eine interessante Erfahrung hinsichtlich belegstellenbegatteter Königinnen, die nur von Drohnen gleichen oder ähnlichen Erbgutes begattet worden sind. Völker von standbegatteten Königinnen, die von zahlreichen Drohnen mit unterschiedlichem Erbgut am Drohnensammelplatz begattet worden sind, werden oft mit den Widrigkeiten der Überwinterung besser fertig.
Standbegehung
im Juni oder Juli
Vorsitzender Lenz gab bekannt, dass die nächste Standbegehung im Juni oder Juli beim Mitglied Harald Lorenz stattfinden wird. Er kündigte auch an, dass er bald 70 Jahre alt wird und er aus Altersgründen sein Amt in jüngere Hände übergeben will. Die Neuwahl wird bei der Herbstversammlung 2024 abgehalten.