Wasserburg – Personelle Entscheidungen standen, neben einem Fachvortrag über das richtige Düngen, im Vordergrund der diesjährigen Jahresversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Wasserburg in der Paulanerstube.
Nach 27 Jahren schied Kassier Heinz Brendel aus. Zum Dank erhielt er den Titel Ehrenmitglied. Als seine Nachfolgerin wählten die 60 Stimmberechtigten bei einer Enthaltung Gismunde Pöhmerer. In seinem Rechenschaftsbericht machte Vorsitzender Stephan Hammermüller diesmal einen fast philosophisch wirkenden Abstecher in die allgemeine Vereinsarbeit und deren Probleme, welche seiner Meinung nach nicht nur die Wasserburger Gartler beträfen. Vielleicht liege das Problem, in Ämtern die Nachfolge zu sichern, auch in Vereinen selbst, sinnierte er. Die Kunst müsse es sein, sich als Gemeinschaft zu empfinden und zu signalisieren, bei den Wasserburger Gartlern willkommen zu sein.
Aber auch fachliche Hinweise fehlten nicht. Der Buchsbaumzünsler sei heuer ungewöhnlich früh aktiv. Es empfehle sich jetzt die Kontrolle auf Raupen und das Absammeln. Außerdem seien die heimischen Bienen von der Asiatischen Hornisse bedroht. Sichtungen von Nestern in Bäumen, als auffälliges Zeichen, seien deshalb meldepflichtig. Auch eine Bitte um Pflanzenspenden für den nächsten Pflanzenflohmarkt am Samstag, 27. April, fehlte nicht.
Schriftführerin Monika Barthold-Rieger erinnerte in ihrem Bericht an die gesamten Vereinsaktivitäten und Angebote, vor allem aber an die 125-Jahr-Feier im Badria sowie die dafür nötigen neun Vorstandssitzungen und die 13 Vorbereitungstreffen für die Festschrift. Brendel lieferte seinen letzten Kassenbericht ab. Er legt sein Amt nach über einem Vierteljahrhundert ununterbrochener Tätigkeit als Herr der Vereinsfinanzen nach Bestätigung seiner geordneten Kassenführung nieder.
27 Jahre die Kasse eines großen Vereins zu führen und das mehr als perfekt, besonnen und immer ordentlich zu arbeiten und dabei kein knausriger Kassier zu sein, aber auch das Vermögen nicht aus dem Fenster zu werfen, sei schon bemerkenswert. Grund genug, ihm die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Eine Besonderheit, da dieser Titel in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr verliehen worden war. Der dafür nötige Beschluss der Mitglieder erfolgte, ebenso wie die Wahl seiner Nachfolgerin, Gismunde Pöhmerer, einstimmig.
Bei dem abschließenden, lehrreichen Vortrag von Ulrike Windsperger zum Thema „Düngen – wann, wie viel, wie oft, womit?“, fanden die Anwesenden noch Gelegenheit, ihre Kenntnisse zu erweitern.
Für langjährige Vereinstreue erhielten für 25 Jahre Hildegard Eberharter, Christine Posch und Jeanette Kampshoff, für 40 Jahre Rita Martl, Martha Ehrler, Renate Lihl, Werner Fraundorfer und Wolfgang Tschentscher sowie für 50 Jahre Thekla Maier, Wolfgang Galli und Johann Baumgartner Anerkennung. Bereits auf 60 Jahre blickt Rupert Rappolder zurück.kr