Lebendiges Ölbergspiel

von Redaktion

Passionssingen in der Schnaitseer Pfarrkirche

Schnaitsee – Wie seit einigen Jahren gestalteten der Liturgiekreis und der Kirchenchor der Pfarrei Schnaitsee am Passionssonntag ein Passionssingen mit Ölbergandacht. Wortgottesdienstleiter Richard Hellmeier hatte dazu eine Andacht unter dem Motto „Todesangst Christi“ zusammengestellt.

Mit Wortgottesdienstleiterin Waldtraud Schuhbeck wurde in den Texten das Geschehen auf dem Berg Getsemani in Bezug auf die Ängste und Nöte der Menschen der heutigen Zeit gestellt. Dies nicht zuletzt unter dem Eindruck der aktuellen Kriegsgeschehnisse in der Ukraine und dem Nahen Osten. Michael Ram bediente dazu das 300 Jahre alte Ölbergspiel mit dem beweglichen Christus und dem herabschwebenden Leidenskelch-Engel, die sich in einer mit bunten Glaskugeln beleuchteten Ölberg-Landschaft in einer Mysterienbühne des Hochaltars der Mariä-Himmelfahrt-Kirche befinden. Ein Dutzend Sänger des Kirchenchores Schnaitsee, mit Marc Ehlert an der Orgel und unter der Leitung von Chorleiter Stefan Ehlert, intonierte dazu eine Reihe von Passionsstücken. Darunter befand sich das Haydnstück „In Monte Oliveti“, aber auch zeitgenössische Musik und Lieder von William Lloyd Webber, dem Vater von Andrew Lloyd Webber und dem bedeutenden Komponisten Englands und Organisten an der St. Pauls Cathedral London, John Cross. Seine feierlichen Kompositionen werden in der anglikanischen Kirche bis heute gerne gesungen.

Mit der Andacht und dem während der Fastenzeit allsonntäglichen Zeigen des Ölbergs löst die Pfarrei Schnaitsee das Versprechen an das Erzbischöfliche Kunstreferat München ein, das Ölbergspiel lebendig zu halten und der Öffentlichkeit zu zeigen. Das Kunstreferat hatte nämlich nach Wiederauffindung der Ölberg- und Heiligen Grab-Teile, diese mit hohem finanziellem Aufwand 2006 in der renommierten Werkstatt Wiegerling in Gaißach restaurieren lassen.rih

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