Schnaitsee – Mit Frieda Pimpl ist am 12. Februar eine Schnaitseerin verstorben, die eigentlich als unverzichtbar im Leben von Pfarrei und Gemeinde galt. Beim Gottesdienst am Freitag vor Palmsonntag sagte Pfarrer Mario Friedl, „dass die Frieda Gott ihre Stimme gab“. „Und das in über 70 Jahren im Kirchenchor. Dafür danken wir dir. Und den Dank soll ich auch von meinem Vorgänger Pfarrer Georg Schinagl aussprechen.“ Der Kirchenchor umrahmte die Trauerfeier sehr festlich mit dem Requiem von Josef Gruber und Hubert Zaindl, sowie dem „Ave Verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Pfarrer blickte auf das Leben von Frieda Pimpl zurück.
Frieda Lazarus wurde am 10. April 1934 in Schnaitsee auf dem Haigerer-Anwesen geboren. Hier besuchte sie die Volksschule und danach auch die landwirtschaftliche Berufsschule. Danach arbeitete sie bis zu ihrer Hochzeit mit Franz Pimpl 1954 im Holzbearbeitungsbetrieb Bauer in Kreuzstraße. Zusammen eröffnete das junge Paar eine Polsterei. Zunächst war der Sitz am Mühlenweg in Untermanzing. Später mieteten sie sich einen Laden im Göttsberger-Haus und danach im Auer-Haus.
1963 wurde dem Paar die Tochter Frieda geboren. Eine große Herausforderung war für die junge Familie der Kauf und Umbau des alten Schulhauses. Hier baute die Familie ein bis vor Kurzem noch bestehendes Ladengeschäft für Schuhe, Lederwaren und Sportartikel. Der Pfarrer erinnerte an die schwere Kinderzeit während des Krieges. Doch mit der Hochzeit und der Geburt ihrer Tochter wandte sich das Leben und die Verstorbene war bis zuletzt ein fröhlicher und geselliger Mensch. Dazu zitierte er Albert Schweitzer: „Das einzig Wichtige sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.“ Und die Frieda hat viele Spuren der Liebe hinterlassen. Mit dem Tod ihres Mannes 2019 und der schweren Krankheit ihrer Tochter 2020 änderte sich etwas in ihrem Leben, das nunmehr besonders von der Sorge um ihre Tochter geprägt war. Trotzdem war sie nach wie vor in der Schnaitseer Dorfgemeinschaft eng verwurzelt.
So bereicherte sie erst vor zwei Monaten das Ü80-Treffen, um Episoden ihrer Jugend für die Festschrift „1100 Jahre Schnaitsee“ zum Besten zu geben. Wer erinnert sich nicht an ihre Geschichte von der Versorgung der letzten Gefangenen im Schnaitseer Gefängnis. Zum Grab hin begleiteten die Fahnenabordnungen vom TSV, vom Trachtenverein und vom Schützenverein die Verstorbene. Hans Wagner nahm am offenen Grab Abschied von Kirchenchormitglied. „Da wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ war ein passender Leitspruch der Frieda. „Unsere Frieda war immer ein verlässliches Mitglied. Sie war mit ganzen Herzen bei Konzerten, bei festlichen Messen, bei bunten Abenden, im Fasching, aber auch bei Trauerfeiern als Sängerin mit dabei.“
Wagner hob hervor, dass jeder gerne neben der Frieda bei Veranstaltungen saß. „Du hast ehrenwerte Spuren hinterlassen. Man wird oft von dir in fröhlicher Runde sprechen.“ Ein letztes Mal senkten sich die Vereinsfahnen zu Ehren von Frieda Pimpl, die jetzt neben ihrem Mann Franz die ewige Ruhe findet.Foto ju