Kreuzweg als Metapher für Hatespeech

von Redaktion

50 Teilnehmende aus verschiedenen Altersgruppen

Wasserburg – Den Blickwinkel verändern sollte der diesjährige, vorgezogene ‚Kreuzweg der Generationen‘. Über 50 Teilnehmende aller Altersstufen bekamen dazu ausreichend Gelegenheit. Denn die Leidensgeschichte Jesu wurde von der evangelischen Jugend und katholischen Firmlingen nach konzentrierter Vorbereitung an sieben Stationen anschaulich auf heutige Gesellschaftsprobleme übertragen.

Vom Empfinden, überhaupt mit seinen Anliegen wahrgenommen zu werden, über den Vergleich von Hatespeech im Bereich Social Media mit dem Verspotten von Jesu wurden nach und nach weitere Parallelen zwischen damals und heute aufgezeigt. Ebenso wie eine schweigende Mehrheit an Schaulustigen wohl damals den Rufen „Kreuziget ihn“ nicht widersprochen habe, wurde an heutige Gleichgültigkeit und das Wegschauen in Notfällen erinnert. Verantwortliche, die wie Pilatus ein gemobbtes Opfer zu wenig oder gar nicht schützten, sollten sich auch heute nicht feige wegducken, nur um ihre Ruhe zu haben.

Als Mahnung und zur Erinnerung verteilten die Firmlinge deshalb kleine Stopp-Schildchen. Den eigenen erlebten Schmerz konnten alle dann an der fünften Station auch symbolisch in Form eines Pflasters an das mitgeführte Kreuz kleben. Daran, dass nach Ende dieses Kreuzwegs eigentlich nicht Schluss sei, dass es weitergehe, daran erinnerte Pfarrvikar Georg Böckl-Bichler nachdrücklich. Seine Aufforderung lautete im Sinne von Jesu: „Laut bleiben für eine gute Zukunft.“kr

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