Haag – Der Haager Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit der Brücke im Naturfreibad befasst, für die eine Erneuerung geplant ist und die dabei zu einer Art Piratenschiff umgebaut werden soll.
Blick auf
Treppenkonstruktion
Im Detail geht es um den möglichen Anbau einer Rampe mit einem bestimmten Neigungswinkel – genannt wurden 9 oder 11,5 Prozent. Auch eine Treppenkonstruktion wird ins Auge gefasst. Als Kostenrahmen nannte Sitzungsleiter Siegfried Högenauer (CSU) rund 300000 Euro, einschließlich der Ingenieurleistungen. In der Diskussion befürwortete Klaus Breitreiner (CSU) mit Blick auf die Haager Finanznöte eine Verschiebung der Maßnahme. Er könne sich im Übrigen nicht vorstellen, dass die Brücke in den nächsten zehn Jahren zusammenbreche. Dagegen äußerte Högenauer Sorge angesichts der „Fehlstellen“ des Bauwerks, er machte auf „angefaultes“ Material aufmerksam. Siegfried Maier (SPD) stellte dem Gremium seine Ideen für eine Sanierung der Brücke vor, wobei er von seinem Traum sprach, dass ganz Deutschland eines Tages barrierefrei werde – oder zumindest annähernd eine Barrierefreiheit erreiche. „Auch ein Rollstuhlfahrer oder -fahrerin möchte irgendwann mal auf einem Piratenschiff Pirat spielen“, so sein Credo. Mit den bisherigen Vorschlägen würde man allerdings nicht das angestrebte Ziel erreichen, mit seinem Entwurf aber wohl schon. Man schaffe ein barrierearmes Bauwerk, auf dem man auch Rollstuhlfahrer drüberfahren lassen könne. Und er fügte hinzu: „Für jeden Einzelnen, der mit der Rampe eine Freude hat, haben wir etwas Gutes getan.“
Ratsmitglied Herbert Zeilinger (WFH) warnte davor, die Konstruktion stillzulegen. Sie sollte so schnell wie möglich ertüchtigt werden, damit Kinder darauf spielen können. Das Naturfreibad sei schließlich für alle da. Dr. Florian Haas (PWG) plädierte für Pragmatismus: „Ich bin auch ein Freund von Barrierefreiheit, aber nicht alles im Leben kann ideal barrierefrei sein.“
Thema
wird vertagt
Am Ende sprach sich Högenauer dafür aus, den Vorschlag seines SPD-Kollegen Maier in eine Prüfung des Projekts einfließen zu lassen und das Thema auf die nächste Bauausschusssitzung zu vertagen. Ein Beschlussvorschlag wurde mit acht zu zwei Stimmen angenommen.