Recycling-Innovation auf Teneriffa

von Redaktion

Wasserburger Berufsschüler optimieren Verwertung von Kunststoffen

Wasserburg – Was machen fünf angehende Kunststoff-Techniker, zwei Produktdesigner und zwei Lehrer auf Teneriffa? Auf jeden Fall nicht nur Urlaub. Sie arbeiten auch aktiv an der Optimierung von Kunststoffrecycling-Maschinen mit und schärfen das Bewusstsein für den Umgang mit Kunststoffen.

Mitte März hat die Gruppe vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum, darunter Schüler kurz vor dem Technikerabschluss der Fachschule für Kunststoff- und Faserverbundtechnologie sowie Technische Produktdesigner im dritten Lehrjahr, an einem Erasmus-Programm bei „Precious Plastic Canarias“ teilgenommen. Begleitet wurden sie von Marcus Affa und Anian Heimrath, zwei Lehrkräften der Einrichtung. Ziel des Projektaufenthalts war es, anhand von Open-Source-Hardware das Gelernte praktisch umzusetzen und neue Lösungen im Kunststoffrecycling zu erarbeiten.

Laut Angaben von Andrew Middleton, dem Leiter von Precious Plastic Canarias, war die Unterstützung der Gruppe besonders willkommen, da aufgrund der geografischen Lage der Insel Herausforderungen in Bezug auf die Verfügbarkeit von Maschinenteilen bestehen.

Die Gruppe hat sich mit verschiedenen Aufgaben beschäftigt, darunter das Sortieren von Kunststoffdeckeln nach Farbe und Material, was derzeit manuell erfolgt und pro Stunde lediglich 350g sortierte Kunststoff-Flakes hervorbringt. Neue Ansätze wurden entwickelt, um diesen Prozess zu automatisieren, wie beispielsweise eine Vorsortierung mittels Kamera und eine nachfolgende Materialerkennung durch Nah-Infrarot oder ein elektrisches Feld.

Das Team hat außerdem an der Verbesserung der Verarbeitung von geschredderten Kunststoff-Flakes gearbeitet, um diese in ein für die Weiterverarbeitung geeignetes Granulat umzuwandeln. Durch kreative Problemlösung und Improvisationstalent gelang die Herstellung des ersten Granulats kurz vor der Abreise, indem eine Mehrfachdüse für den Extruder, ein Wasserbad zur Kühlung, eine motorbetriebene Abzugsvorrichtung sowie eine Scheidevorrichtung entwickelt wurden.

Die Ergebnisse der Reise zeigen, dass die Verbindung von Ausbildung und praktischer Anwendung sowie das Engagement der Studenten und Lehrer wesentlich zur Weiterentwicklung von Recycling-Verfahren beitragen können.

Besonders hervorzuheben ist die Leistung in der Entwicklung neuer Methoden zur Kunststoffsortierung und -verarbeitung, die zukünftig eine effizientere Wiederverwertung von Kunststoffabfällen ermöglichen könnten.

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