Haag – Es wird geschnippelt, gebraten und gebrutzelt: Im ehemaligen „Valentino“ in Haag rührt sich wieder etwas. „Endlich“, sagen sich viele Haager, denn Anfang des Jahres hatte das Kult-Bistro geschlossen, die Räumlichkeiten waren monatelang verwaist. Seit März werkeln Jasvir Singh und sein Team jedoch dort hinter verschlossenen Türen.
Ein bisschen
still und heimlich
Nun ist es so weit: Das „Indie Curry Haus“ hat eröffnet. Fast schon ein bisschen still und heimlich ist dies vonstatten gegangen. Doch das hat einen Grund, wie Singh erklärt: „Am Anfang muss sich das Personal erst einspielen, die neue Küche muss in Betrieb genommen werden. Da läuft nicht alles reibungslos.“ Deswegen wollte er die Eröffnung seines indischen Restaurants erstmal nicht an die große Glocke hängen. Es sei immer noch viel zu tun, das wird beim Besuch der Redaktion deutlich.
Noch eine Weihnachtsfeier
Mehrere Mitarbeiter räumen Tische um, Singh packt selbst mit an. „Wir haben nachher noch eine Weihnachtsfeier“, freut er sich.
Singh betreibt bereits seit rund zehn Jahren ein Restaurant in Vaterstetten, hat heuer in Haar bei München ein zweites aufgemacht und nun „ist Haag dran“, berichtet er. Mit „viel Begeisterung und Leidenschaft“, wie Martina Tobias, Verwaltungsangestellte beim „Indie Curry Haus“, erzählt, habe Singh die Räumlichkeiten in Haag in ein indisches Restaurant verwandelt. Das sei „sehr viel Arbeit“ gewesen, angefangen bei der Sanierung des Wasserschadens und dem kompletten Umbau der Küche und der Gaststube, so Tobias. Im hinteren Bereich des Restaurants können die Gäste sogar auf dem Boden sitzend ihr Essen einnehmen, wenn sie wollen. Auch die beiden Terrassen will Singh im Sommer betreiben. An Personal fehle es ihm nicht, insgesamt habe er ein fünfköpfiges Team in Haag, berichtet er stolz. Selbst ist der 36-Jährige auch ständig vor Ort, sagt er. Vor 16 Jahren ist der gebürtige Inder – er stammt aus der Nähe von Punjab an der pakistanischen Grenze – ausgewandert. „Eigentlich wollte ich in London studieren, habe mich dann aber für Deutschland entschieden“, berichtet er.
Recht schnell
Deutsch gelernt
Die Sprachbarriere sei anfänglich „schon ein Problem“ gewesen, sagt er lachend, aber er habe dann doch „recht schnell“ Deutsch gelernt. Seine Leidenschaft als Gastronom habe er auch schon früh entdeckt. Er habe sich bei einem Gasthaus beworben und die Wirtin um „eine Chance“ gebeten. Diese habe er erhalten. So konnte er schnell die Sprache lernen. Seitdem habe er in vielen Wirtshäusern gearbeitet und bedient, bevor er vor einem Jahrzehnt sein erstes, eigenes Restaurant eröffnete.
Zunächst
kein Ruhetag
Das „Indie Curry Haus“ in Haag hat jeden Tag von 11 bis 14.30 Uhr und von 17 bis 23 Uhr geöffnet. Ein Ruhetag werde „in der nächsten Zeit“ noch nicht eingeführt. „Ich will erst schauen, wie es läuft und wann weniger los ist“, erklärt Singh. Erst dann wird der Gastronom entscheiden, wann ein Ruhetag sinnvoll ist.