Neumarkt-St. Veit/Gars – Karl Werner Giesdorf wurde am 8. Oktober 1943 in Braunschweig geboren und verbrachte seine Kindheit als Zweitältester von drei Geschwistern in Lebenstedt-Salzgitter, dann in Bochum und schließlich in Wattenscheid, wo er sein Abitur machte.
1969 nach Bayern
gezogen
Nach seiner Zeit als Pionier bei der Bundeswehr in München und Minden fing er an, in Aachen Architektur und Bauingenieurwesen zu studieren. Er wechselte dann an die Universität in Bochum, um Mathematik und Sport zu studieren. 1969, frisch mit seiner Frau Heidi verheiratet, zogen die beiden nach Bayern, wo er auch sein Studium in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sport für das Lehramt an Hauptschulen beendete.
Pionier in Sachen
Informatik
Er fand seine berufliche Erfüllung als Lehrer und Rektor. 18 Jahre lang unterrichtete er in der Hauptschule Neumarkt-St. Veit, hauptsächlich in den Klassenstufen 8 und 9. Im Jahr 1984 wurde er zum Fachberater Informatik bestellt. In dieser Funktion organisierte er Fortbildungen für die Lehrer im Landkreis und setzte sich für die Ausstattung von Informatikräumen in den Hauptschulen im Landkreis Mühldorf ein. Nach seiner Zeit im Rektorat der Hauptschule Gars und zuletzt als Rektor in Heldenstein ging er im August 2008 in den Ruhestand.
Leiter der
Volkshochschule
Nicht nur in seinem Berufsleben war der „Charly“ Giesdorf, wie er sich gerne nennen ließ, sehr aktiv. 1978 trat er als Faschingsprinz der Rottalia in Neumarkt bei und gehörte bis 1986 den Wadlbeißern an. In der Kirche sang er als Mitglied der Liedertafel zehn Jahre zu Weihnachten das Evangelium. Zudem war er 41 Jahre ehrenamtlicher Vorstand und Leiter der VHS in Neumarkt-St. Veit.
Engagement mit
Medaille gewürdigt
Insgesamt 50 Jahre stand er als Tennisspieler auf dem Tennisplatz. Er trainierte die Neumarkter Jugend, und war sogar neun Jahre Abteilungsleiter des Vereins. Außerdem spielte er erfolgreich in der bayerischen Tennis-Oberliga für den TC Mühldorf. Seine Pokalsammlung ist beeindruckend.
Die Stadt Neumarkt-St. Veit ehrte ihn Ende 2019 mit der Neumarkter Ehrenmedaille in Silber für seine Tätigkeit in der Volkshochschule. Das erfüllte ihn und seine Familie mit Stolz.
Aus seiner ersten Ehe mit Heidi Kuhlemann, ehemals Giesdorf, gingen drei Kinder hervor – Heidi, Robert und Florian, auf die drei Enkelkinder folgten, Laura, Lucy und Maxine.
Große Trauer nach
dem Tod der Ehefrau
Anfang der 90er-Jahre fand er in Gisela eine neue Lebensgefährtin und zog zu ihr und ihren Söhnen Marco und Manuel nach Teising. Die 1994 geschlossene Ehe währte fast 30 Jahre. Giselas Erkrankung und die Trauer nach ihrem Tod vor zwei Jahren hatte er bis zum Schluss nicht überwunden.
Die größte Stütze in der Zeit danach war sein Sohn Robert, der sich um alltägliche Angelegenheiten kümmerte und ihn ermutigte, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Doch bevor er dies in die Tat umsetzen konnte, erlitt er mehrere Herzinfarkte, von denen er sich nicht mehr erholte.