Edling – In Edling sollen 14 neue Wohnungen entstehen. Eigentlich eine gute Nachricht. Für das Vorhaben muss jedoch der Bebauungsplan aus dem Jahr 1988 „Edling West III“ geändert werden. Der Entwurf der beiden Häuser á sieben Wohneinheiten, die zwischen der Enzian- und Rosenstraße entstehen sollen, sorgten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates für Diskussionen und Bedenken. „Es sind zwei relativ dominante Gebäude, die dort entstehen sollen“, fand Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU).
Bau würde hervorstechen
Wolfgang Baumann (ÜWG) kritisierte, dass der geplante Wohnkomplex in der Siedlungsstruktur, die meist aus Einzel- oder Doppelhäusern bestünde, deutlich hervorsteche.
Doch nicht nur die Höhe der Gebäude wurde beanstandet, sondern auch die Anordnung der Parkplätze. „Die Stellflächen am Rand des Grundstücks anzuordnen, geht aus Sicht der Verwaltung nicht. Denn dann kann man nicht mehr auf der Straße parken“, erklärte Schnetzer. Auch Jakob Berger (CSU) sah hier ein Problem. „Im Moment stehen am Straßenrand dort Autos, aber das funktioniert dann nicht mehr. Wenn jemand Besuch bekommt, ist die gesamte Siedlung ein Chaos“, sagte der Zweite Bürgermeister. Dr. Stefan Schweitzer (CSU) zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass der Bau der Parkplätze „ein Ärgernis“ werde. „Hier ist keinem geholfen, weder dem Bauherrn, noch den Mietern oder der Gemeinde“, sagte Schweitzer. Auch Sandra Waldherr (UBG) stellte sich gegen den Entwurf. „Da muss man sich etwas anderes einfallen lassen“, sagte sie.
Häuser ohne
Keller geplant
Alternativ schlugen einige Gemeinderatsmitglieder eine Tiefgarage vor. Das wäre möglich, da die Häuser derzeit ohne Keller geplant seien, erklärte Schnetzer. Ansonsten könnten die Parkplätze nicht am Rand des Grundstücks, sondern weiter im Inneren angeordnet werden. „Eine weitere Möglichkeit wäre, die Anzahl der Wohneinheiten zu reduzieren“, schlug der Bürgermeister vor.
In der Sitzung des Gemeinderates war auch der Bauherr anwesend und erklärte, nachdem ihm das Gremium Rederecht zukommen hatte lassen, wie es zu dem Entwurf gekommen ist. „Die Parkplätze wurden außen angelegt, damit im Innenhof möglichst viel Grün bestehen bleibt“, sagte er. Eine Unterkellerung mit Tiefgarage würde wesentlich höhere Baukosten verursachen, wodurch dann auch die Mieten für die Wohnungen steigen würden, erklärte er. „Das können sich dann viele gar nicht mehr leisten.“ Er sei jedoch offen für einen Kompromiss, betonte er.
Neben der Kritik fanden die Gemeinderatsmitglieder auch Lob an dem Vorhaben. „Es ist gut, dass neuer Wohnraum entsteht“, verdeutlichten sie. „Die Firstrichtung kann geändert werden und für den Rest muss man sich mit dem Bauherrn zusammensetzen und eine Lösung finden“, sagte Martin Baumann (CSU). Das Bauvorhaben sei noch nicht in Stein gemeißelt. „Grundsätzlich diskutieren wir noch über den Entwurf und nicht über den Bauantrag“, ergänzte Schnetzer.
Planänderung beschlossen
Im Weiteren soll die Gemeindeverwaltung einen Vorschlag für eine Änderung des Bebauungsplans „Edling West III“ im Bereich des betreffenden Grundstückes ausarbeiten. Dabei sollen folgende Punkte beachtet werden: Die Wand- und Firsthöhen der Nachbargrundstücke dürfen nicht überschritten werden, für das Hauptgebäude werden symmetrische Satteldächer zwingend vorgeschrieben. Zudem entschied das Gremium, dass es bei zwei Vollgeschossen bleiben und die Anzahl der Grundstückszufahrten reduziert werden soll, damit ein Parken auf der Straße weiterhin möglich sei. Weiter soll sich die Grünfläche in die Umgebung einfügen, lautete der Beschlussvorschlag. Der Gemeinderat stimmte geschlossen dafür.