Gemeinde kann Pflichtaufgaben erfüllen

von Redaktion

Bürgerversammlung in Eiselfing – Schuldenabbau ab 2028 möglich

Eiselfing – Eine etwas größere Gemeindebürgerschaft als in den letzten beiden Jahren war der diesjährigen Einladung des Bürgermeisters, Georg Reinthaler, zur Bürgerversammlung in den Saal im Gasthof Sanftl gefolgt. Gut verteilt aus allen Ortsbereichen der Gemeinde waren die Bürger gekommen. Mit dabei waren auch der geschäftsführende Amtsleiter im Rathaus, Laurentius Fischer, Kämmerer Klaus Huber und die Schulrektorin der Grund- und Mittelschule, Nadine Sauer.

Traditionell bei der Bürgerversammlung in Eiselfing ist nicht nur der Veranstaltungsort, sondern auch die gut und übersichtlich vorbereitete Präsentation aller informativen Hinter- und Vordergründe. Die statistischen Zahlen und das Zahlenwerk der finanziellen Situation der Gemeinde zum Jahresende 2024 erlauben zudem das Wagnis einer Vorausschau.

Gemeinde hat
3475 Einwohner

Wie immer eröffnete Georg Reinthaler mit ein paar statistischen Zahlen die Bürgerversammlung. 3475 Einwohner, und damit 34 mehr, lebten zum Stichtag 31. Dezember in Eiselfing. Fast gleich je zur Hälfte sind davon Frauen oder Männer und nicht ganz zwei Drittel sind im Alter zwischen 19 und 65 Jahren. 275 ausländische Mitbürger aus 44 verschiedenen Nationalitäten sind in der Gemeinde wohnhaft. Der oder die Älteste ist 98 Jahre alt. Aus datenschutzrechtlichen Gründen darf das Geschlecht nicht genannt werden.

Die Haushaltszahlen der Einnahmen und Ausgaben erklärte Kämmerer Klaus Huber. Konkret sprach er die höhere Verschuldung der Gemeinde an, die eine Schuldenreduzierung und einen wiederbeginnenden Rücklagenaufbau prognostisch momentan erst ab dem Jahr 2028 zulässt. Ebenso wird sich seiner Einschätzung nach die sogenannte Pro-Kopfverschuldung von jetzt 600 Euro deutlich erhöhen.

Eine weiter stabile Entwicklung wird es nach der Aussage des Bürgermeisters in den nächsten Jahren bei den Schülerzahlen geben. „Wir gehen davon aus, dass sie sich weiter entwickeln und stabil steigen werden“, sagte er und fügte an, dass dies sowohl für die Grundschule als auch für die Mittelschule gilt. Seit dem 1. Januar gehören das Gebäude und das Grundstück der Gemeinde. Eine gründliche Sanierung ist erforderlich. „Auch wenn wir als Gemeinde sparen müssen, soll das nicht bei der Schule sein.“ Georg Reinthaler wies auf das gute Zusammenleben der Schulfamilie hin. Besonders auf die Aktivitäten des Fördervereins der Schule, der im vergangenen Jahr das Schulzirkus-Projekt durch aktives Mitarbeiten und die entsprechende Finanzierung ermöglicht hatte.

Ähnlich sieht es in der Finanzierung der Kosten in der Kindertagesbetreuung aus. Wichtig war Reinthaler die Belegung der Plätze in den zwei Kindergärten der Gemeinde. „Beide Kindergärten sind zu 100 Prozent ausgelastet und mit Eiselfinger Gemeindekindern belegt“, sagte er.

Der Bürgermeister ging auch auf die Vergabe von Bauland im Gemeindegebiet ein. Zunächst verwies er auf den neuen Bebauungsplan „Bachmehring-Südwest“, in dessen Zusammenhang die Gemeinde auch die beantragte Geschwindigkeitsbegrenzung auf den 100 Metern Staatsstraße vorgesehen habe (wir berichteten). „Wenn wir die Möglichkeit haben, Grund zu erwerben, und wenn es auch die Aussicht für eine Bebauungsplanaufstellung gibt, reagieren wir“, sagte Georg Reinthaler.

Im Rahmen des Klimaschutzes und der Energiewende hat die Gemeinde die vollständige Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik auf den Weg gebracht. „Bis zum nächsten Jahr sollte diese Maßnahme abgeschlossen sein“, sagte Amtsleiter Laurentius Fischer auf Nachfrage.

Weitere Investitionsmaßnahmen, bei denen die Gemeinde teilweise auch in Vorleistung geht oder selbst Kunde wird, sind der weitere Ausbau des Nahwärmenetzes sowie der Breitbandausbau. 22,4 Prozent der Ausgaben wurden 2024 alleine dafür investiert. Für das Breitband gibt es erhebliche staatliche Förderzuschüsse, die jedoch erst nach der Fertigstellung ausbezahlt werden. „Momentan ist die Firma gerade im Kerschdorfer Bereich und Hausmehring tätig“, so Reinthaler. Bei Fragen könne man sich an den Bauleiter der Firma vor Ort wenden und sich auch kurzfristig noch aufnehmen lassen. meinte der Bürgermeister. Und da das Projekt Eiselfing von der Anbieterfirma ein positives Prüfungsergebnis erhalten habe, könne auch für Hausmehring eine umfangreichere Lösung möglich werden.

Bewegung gibt es auch im Mobilfunkausbau der Gemeinde. Entlang der B304 gibt es eine auf zwei Jahre befristete Zwischenlösung in Schilchau und zwischen Alteiselfing und Aham ist gerade die Telekom auf der Suche nach einem Standort. Auch die Gemeinde denkt dabei über eine Lösung nach.

Auch in diesem Jahr stehen wieder hohe Investitionen für die vier gemeindlichen Feuerwehren an, die als sogenannte Pflichtleistungen von der Gemeinde zu erbringen sind, wie Georg Reinthaler sagte. Er erinnerte auch an die Unwetter des vergangenen Jahres. „Deshalb schaffen wir immer wieder eine vernünftige und halt auch teure Ausrüstung an, damit die ehrenamtlichen Helfer ihren Auftrag richtig und sicher erledigen können.“

Noch nicht entschieden ist nach der Aussage des Bürgermeisters die zukünftige Wertstoffentsorgung. Zur Diskussion stehen der Umbau und die Sanierung der Gemeindeanlage in Hafenham oder die Beteiligung an der neuen Wertstoffanlage der Stadt Wasserburg an der Grenze der beiden Kommunen. „Halbwegs“ gibt es mittlerweile eine Kostenschätzung, die besagt, dass beide Lösungen Eiselfing etwa eine Million Euro kosten würden. Der Gemeinderat favorisiert wegen der besseren Logistik und Infrastruktur die Lösung mit Wasserburg. Ein Problem gibt es allerdings noch zu knacken: die unterschiedlichen Gebührensysteme. Das Wasserburger Rathaus ist damit beschäftigt, eine Formel zu finden. „Ein Entscheidung ist im nächsten Jahr zu erwarten“ sagte Georg Reinthaler.

Zum Dialog
eingeladen

Beim neuen Trinkwasserbrunnen in Wimpasing gab es umfangreiche Prüfungsbohrungen mit ebenso umfangreichen Ergebnissen, durch die sich das Verfahren „immer wieder selbst überholt“, sagte der Bürgermeister. Zum Abschluss seiner Ausführungen lud Bürgermeister Georg Reinthaler die Bürgerschaft zum Dialog mit ihm und untereinander ein. „Auch ein persönlicher Termin bei mir oder mit anderen zuständigen Beschäftigten im Rathaus kann jederzeit vereinbart werden.“

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