Wasserburg – Der Termin steht schon fest: Der Christkindlmarkt findet vom 28. November bis 23. Dezember in der Altstadt statt. Das hat Tradition. Seit einigen Jahren ist die Veranstaltung zum „Wasserburger Wintertraum“ ausgeweitet worden: Eine Eislaufbahn wird bereits vor der Markteröffnung aufgebaut. Heuer wird vom 14. November bis 6. Januar am Gries Schlittschuh gefahren.
Illuminationen
und Lichteffekte
Auch eine besondere Beleuchtung soll es wieder geben: Dem Hauptausschuss liegt ein Antrag des WFV dazu vor. Die ganze Stadt soll ein einziges Knusperhäuschen werden: dank Illuminationen und Lichteffekten. Außerdem wieder geplant: die große Vorsilvesterparty am 27. Dezember an der Eislaufbahn.
Veranstalter des Christkindlmarktes am Marienplatz vor dem Rathaus, in der Frauengasse, Salzsenderzeile und Hofstatt ist der Wirtschaftsförderungsverband, Betreiber der Eislaufbahn die Eventfirma SAS. Ihre Eisbahn war in den vergangenen zwei Jahren ein Alleinstellungsmerkmal von Wasserburg in der Vor- und Weihnachtszeit. Im weiten Umkreis gab es wenige Angebote dieser Art. Doch jetzt rüstet Ebersberg auf: Die Kreisstadt bietet in diesem Jahr ebenfalls eine Schlittschuh-Area. Ob diese Bahn der Wasserburger Anlage Gäste wegnimmt, ist noch nicht abzuschätzen.
Doch Wolfgang Helmdach, Organisator des Christkindlmarktes für den WFV, hat noch aus einem anderen Grund ein paar Sorgenfalten: Er muss sparen. Denn die Erlöse aus dem Wasserburger Frühlingsfest, die der WFV für den Christkindlmarkt benötigt, sinken. Und die Kosten für den Wintertraum steigen. Eine Folge erhöhter Anforderungen an die Security-Maßnahmen und gestiegener Nebenkosten.
Bei den Händlern kann die Miete für die Hütten jedoch nicht einfach erhöht werden, so Helmdach. Denn in diesem Falle bestehe die Gefahr, dass wichtige Anbieter wegbrechen würden. Das Problem: Der Christkindlmarkt in Wasserburg ist nur freitags bis sonntags und am 23. Dezember geöffnet, das schließt Fieranten aus, die jeden Tag kommen und verkaufen möchten.
Anbieter von Kulinarischem oder Glühwein zu bekommen, ist laut Helmdach kein Problem. Doch die Stadt lege mit Recht Wert auf ein adventliches Warenangebot, wolle nicht, dass der Weihnachtsmarkt zur reinen Ess- und Trinkmeile verkomme. Die Stadt hat dem WFV sogar als Hausaufgabe auferlegt: „Es ist auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung von Warenständen und gastronomischen Angeboten zur achten. Das Warenangebot soll gegenüber dem gastronomischen Angebot überwiegen.“ Es soll, so der Tenor auch im Stadtrat und seinen Ausschüssen, besinnlich sein und bleiben.
Ein weiteres Problem bereitet den WFV-Organisatoren in der Geschäftsstelle bei der Organisation Sorgen: Die GEMA-Gebühren drohen zu explodieren. Früher war die Bühnengröße, etwa am Marienplatz vor dem Rathaus, das Kriterium für die Berechnung. Der WFV zahlte nach eigenen Angaben rund 1000 Euro an die GEMA. Neuerdings wird die gesamte Marktfläche als Berechnungsgrundlage herangezogen, so Helmdach. Und da der Wasserburger Christkindlmarkt weitläufig ist, kommt der Wirtschaftsförderungsverband jetzt vermutlich auf Gesamtkosten von 4000 Euro. Der WFV hat Einspruch erhoben, hofft auf ein Einlenken.
Weihnachtsmarkt
ohne Musik?
Und hat sich bereits um eine Liste von GEMA-freien Liedern bemüht. Denn ein Weihnachtsmarkt ohne Musik und ohne Liveauftritte, das geht nicht, findet Helmdach. „Wir müssen den Rotstift ansetzen“, steht für ihn angesichts der Kostenentwicklung fest. Ein Ansatz: weniger Werbung. „Wir wollen nicht jammern“, sagt Helmdach, der derzeit gemeinsam mit Anna Schmaderer im WFB-Büro alle Fäden der Organisation in der Hand hält. „Doch es wird immer schwerer, allen gerecht zu werden.“ Was ihn jedoch freut: „Die wirklich sehr gute Zusammenarbeit zwischen WFV und Stadt.“