Segen für Ross und Reiter

von Redaktion

1000 Zuschauer und 150 Pferde bei Leonhardiritt in Schnaitsee

Die weltliche Obrigkeit präsentierten (von links) der Babenshamer Bürgermeister Josef Huber und sein Kollege aus Schnaitsee, Thomas Schmidinger.

Babensham/Schnaitsee – Bestens meinte es der Wettergott mit den Leonhardifreunden aus St. Leonhard am Buchat in der Gemeinde Babensham und im Schnaitseer Pfarrverband.

Am Tag der Deutschen Einheit strahlte die Sonne vom bayerischen Himmel und sorgte für ein Erlebnis für über 1000 Pferdefreunde und für die vielen Teilnehmer, die entweder auf stolzen Rössern oder auf den prächtigen Motivwägen zweimal durch das Dorf zogen. Damit wurde den fleißigen Organisatoren des Leonhardivereins um die Vorsitzenden Robert Hiebl und Günther Pilger ihr großer Einsatz, den sie seit Wochen und Monaten in die Vorbereitungen steckten, belohnt.

Am Freitag strömten auch heuer wieder die Besuchermassen ins beschauliche Dorf und in die kleine Pfarrei. Dabei wurde keiner der Gäste enttäuscht. Entlang der Strecke oder direkt am Platz vor der Kirche sparten die dicht an dicht gedrängten Zuschauer nicht mit Beifall für die Rösser mit ihren Begleitern. Besonders aufwendig hergerichtete Wagen und Gespanne sorgten für den Blickfang des Umrittes.

Nach den Vorreitern und der vielbeinigen Ginzinger Reitergruppe folgten die festlich dekorierten Kutschen mit der Geistlichkeit und den Ministranten.

Pater Ludwig Götz
gab Segen

Als Priester gab heuer Pater Ludwig Götz, der praktisch ein Heimspiel hatte, den Segen. Der Pater stammt aus Oberbierwang in der Nähe von St. Leonhard. Er ist jetzt im Ruhestand als Pater im Kloster Gars tätig. In seinen Segensgebeten hob er hervor, dass dieser Segen, den er allen Rössern und Begleitern zukommen ließ, das Ja Gottes zur Schöpfung ist. Er lobte die heimische Landwirtschaft, bei der Mensch, Tier und Pflanze in Harmonie bestehen können. „Die Natur begreifen sollen wir alle Menschen und wir sollen die Tiere als unsere Mitgeschöpfe anerkennen.“ Jedem vorbeireitenden Gespann und den Begleitern erteilte er mit geweihtem Wasser den Segen und empfahl alle dem Schutz Gottes.

Für Pater Götz, der selber aus der Landwirtschaft kommt, war es eine Ehre, in St. Leonhard beim Umritt mit dabei sein zu können, und er wünschte dem Leonhardiverein, dass diese Tradition noch viele Jahre weitergeführt werden kann.

Es war aber auch sehenswert, welche Aufwendungen alle Pferdebesitzer und Motivwägen betrieben haben, um an diesem wunderbaren Tag den Gästen einen Augenschmaus bieten zu können. Immer wieder brandete der Applaus für Ross und Reiter auf. Nach dem St. Leonharder Festwagen mit dem „heiligen Leonhard“ folgten der Musikwagen mit dem Schnaitseer Musikverein und der Trachtenverein Waldhausen.

Die beiden Bürgermeister, Josef Huber aus Babensham und Thomas Schmidinger aus Schnaitsee, vereint in einer Kutsche, vertraten die weltliche Obrigkeit. Dass gleich zwei Bürgermeister mit dabei sind, verdankt St. Leonhard der Tatsache, dass der Ort zur Gemeinde Babensham, aber kirchlich zu Schnaitsee gehört.

Haager Schloss zieht
durch Babensham

Weitere Motivwägen mit dem Trachtenverein Amerang und der Schnaitseer Feuerwehr mit der historischen Spritze folgten. Dann fühlte sich der Zuschauer kurz nach Haag versetzt.

Hintereinander waren die Haager Kirche und das Haager Schloss auf den Wägen nachgebaut.

Immer ein wunderbares Bild geben die Schnaitseer Trachtenkinder und die Träger der historischen Alttracht ab. Nach dem Theaterverein aus Babensham folgte der Festwagen der Jäger, die immer wieder ihre Jagdhörner erklingen ließen. Auch für die Kinder aus Schambach und St. Leonhard waren eigene Wagen dabei. Der letzte Motivwagen war von den Schützen aus Babensham prachtvoll geschmückt worden. Mit sehr vielen Reitern auf aufgezäumten Pferden war auch der Georgiverein aus Taufkirchen-Sonham zum Umritt gekommen. Den Abschluss des langen Zuges bildeten wie jedes Jahr viele einzelne Reiter und Gruppen, die sich und ihre Pferde segnen ließen.

Vorsitzender Robert Hiebl und Lukas Pilger erklärten beim Vorbeireiten und -fahren den Zuschauern alle Gruppen und Gespanne. Dazu erläuterte er auch die Herkunft der Rösser, welche die Wagen zogen. Diese wurden aus allen Richtungen nach St. Leonhard gebracht.

In der Pause zwischen den beiden Umritten unterhielten die Schnaitseer Goaßlschnalzer. Peter und Karina Köhldorfner begleiteten die Schnalzer musikalisch. Am Feuerwehrhaus sorgte auch nach dem Umritt der Schnaitseer Musikverein unter der Leitung von Christoph Müller für ungetrübte Unterhaltung bis in den späten Nachmittag. Die Gäste blieben auch wegen der perfekten Verpflegung durch den Leonhardiverein lange sitzen.

Artikel 3 von 11