Alte Hasen und ein bunter Hund

von Redaktion

Schweiß und Muskelkater – So trainieren die Wasserburger Schäffler

Wasserburg – Am 6. Januar 2026 beginnt in Wasserburg wieder der Schäfflertanz. Nach sieben Jahren. Für die Schäfflertänzer selbst und für alle übrigen Mitwirkenden ist spätestens jetzt der „Intensiv-Modus“ angelaufen. Denn: Vor vier Wochen hat das offizielle Training begonnen.

Jeden Montagabend Training

Das bedeutet: Schweiß, Energie, Ausdauer. Und anfänglich ist auch noch Muskelkater angesagt. Aber ordentlich. „Aba heit is koid, aba heid is koid….!”. Jeden Montagabend ertönt der allbekannte Ohrwurm – das Schäfflerlied – nun wieder in der Badria-Halle.

Dort, wo sich der Schäffler-Tross, wie alle sieben Jahre, traditionell beim Tanztraining auf die hoffentlich zahlreichen Auftritte vorbereitet.

Mit dabei sind viele „Wiederholungstäter“, aber auch einige Neulinge, worüber sich das Führungstrio um Heini Asböck (Schäfflerreferent im Turn- und Sportverein Wasserburg, TSV), Wolf Poertzler und Sepp Mayrhofer natürlich besonders freuen.
Letztere planen unentwegt seit dem letzten Tanz im Jahr 2019 schon wieder für den Tanz im kommenden Jahr. „Nach dem Tanz ist vor dem Tanz“, wie eine Schäffler-Weisheit lautet.

Anfangs tun sich die Neuen schwer

Für die „alten Hasen“ sind die bevorstehenden Trainingseinheiten bis zum 21. Dezember sicherlich nur eine Wiederholung. Ihnen sind die einzelnen Bewegungen, die Schritte, die Drehungen seit Jahren, ja seit Jahrzehnten in Fleisch und Blut übergegangen. Für die Neulinge ist der Tanz zunächst aber noch absolutes Neuland, einfach unbekannt. Sie werden von den „Alten“ bei den ersten Trainingseinheiten gewissermaßen „mitgezogen“.

Und da tut man sich schwer. Der Tanzschritt, die Abfolge, die Figuren, der Reifenwechsel: Das ist harte Kost. Speziell der „Spring-Schritt“, beim Schlagen der „Fassl-Schloager“, da geht´s ans Eingemachte. Doch Tanztrainer und Choreograf Wolf Poertzler erklärt alles bestens. Spätestens Anfang November haben dann alle den Tanzrhythmus inne. Und es macht nur noch Spaß. Höchst motiviert sind auch die übrigen Teilnehmer der Schäfflergruppe. Allen voran Witgar Neumaier junior. Er ist im Jahr 2026 erstmalig mit dabei. Und gleich an vorderster Front. Als „Fass- und Oberkasperl“. Wie auch als Redner bei den Tanzauftritten. Was ihn für diese Rolle qualifiziert? „Der gleiche Beruf, das gleiche Aussehen und die gleiche Klappe wie mein Vorgänger“, so seine überzeugenden Worte. Und das Zeug hat er.

Bekannt ist er wie ein „bunter Hund“, als Stadionsprecher beim TSV Wasserburg, als Verantwortlicher der Bierkellerfreunde und nicht zuletzt als Sprecher beim Innschifferlrennen von Rotary jedes Jahr.

Die Neu-Schäffler und -Marketenderinnen sind auch mehr als gespannt. „Weil uns diese unglaubliche Stimmung fasziniert, die vielen Leute, die wir sehen werden, diese einfach geile Zeit“, so der O-Ton der Begeisterten.

Tradition und Zusammengehörigkeit

Trotz aller Heiterkeit: Es werden erfahrungsgemäß wieder anstrengende Wochen werden, mit insgesamt 20 Tanztagen. Früh aufstehen, viel Bewegung und dann: durchhalten. Aber die vielen und meist positiven Eindrücke entschädigen alles. Und geben Kraft.

Die alten „Danzer“ sind entsprechend entspannt, gepaart mit der allbekannten Schäffler-Coolness. Für sie zählen die Tradition, das Zusammengehörigkeitsgefühl und eben alte Erinnerungen. „Einfach eine unbeschreibliche Zeit, eine mitreißende Stimmung“, wie man hört. Das ist: Schäfflertanz.

Und wenn man dann so sieht, wie die erfahrenen Schäffler bereits nach dem zweiten Trainingsabend den Tanz schon wieder voll beherrschen, ohne in den vergangenen sieben Jahren nur einmal das Tanzbein geschwungen zu haben, dann bemerkt man: Hier stimmt die Chemie!

Übrigens: Bei den „Wagerl-Buam“ waren bis vor Kurzem noch Plätze frei. Zwischenzeitlich: ausgebucht. Bei den Schäfflern mitmachen zu dürfen, ist eben begehrt.

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