Power-Trio erobert die Herzen

von Redaktion

30 Jahre Rettenbacher Sängerinnen – Gitarrenlehrerin gibt Impuls für Gründung

Pfaffing – 1985 wurde der Dreigesang – wie es so oft ist – rein zufällig durch einen Vorschlag von Gitarrenlehrerin Hanni Braunersreuther aus Rettenbach gegründet. Ohne sie gäbe es die Sängerinnen heute nicht. Sie hat den Dreien unzählige Lieder beigebracht, sie mit wertvollen Tipps und Tricks versorgt und bei Auftritten mit der Gitarre begleitet.

„Hanni als unsere Gitarrenlehrerin hat uns als Zwischeneinlage beim Gitarren-Vorspiel-Nachmittag als Gesangsgruppe eingesetzt. Ein Brautpaar hat uns an diesem Nachmittag gehört und sich gewünscht, dass wir die Trauung gestalten. Ab da war plötzlich alles ein Selbstläufer. Auf die Hochzeit folgte eine Messe und ehe wir uns versahen, häuften sich die Anfragen. Der Dreigesang war geboren“, erinnert sich Rosina Rumberger an die Anfänge.

Unterstützung
am Akkordeon

2011 stieß Karl Schreier von der früheren Rosenheimer Tanzlmusi zu den Rettenbacher Sängerinnen. Mit seinem feinen Akkordeonspiel und Einfühlungsvermögen trägt und stützt er den Gesang auf professionelle Art und Weise, wie Rosina Rumberger weiter erzählt: „Darüber sind wir sehr dankbar. Denn auch kurzfristige Tonart-Änderungen bringen unseren Karl so schnell nicht aus der Ruhe.“

Musik hat für die drei Frauen immer schon eine große Rolle gespielt: „Wir alle haben früh angefangen, ein Instrument zu lernen: zuerst Flöte, dann teilweise Gitarre. Das Singen ist dabei noch einmal etwas Besonderes: Es verbindet intensiver – so empfinden wir das zumindest“, erklärt Rosina Rumberger.

Generell und im privaten Rahmen hören die Frauen gerne die verschiedensten Musikrichtungen, aber im Dreigesang sind sie der bayerischen Volksmusik treu geblieben – bis auf einige wenige Ausnahmen: „Wir müssen dazu sagen, dass wir alle auch noch in anderen Ensembles mitsingen, doch der Dreigesang ist und bleibt der Mittelpunkt unserer musikalischen Hobbys.“ Präsentiert werden außer der alpenländischen Volksmusik noch andere Stilrichtungen. Bei Hochzeiten oder Taufen sind rhythmische Kirchenlieder oder modernere englische Lieder gefragt. Dass solche Lieder eher für einen vierstimmigen Chor geschrieben sind, stellt das für die drei keine Herausforderung dar. Kurzerhand schreiben Gabi, Rosina und Moni die Stücke einfach für ihren dreistimmigen Gesang um.

Begleitet werden sie oft von einer Harfe. Das klingt beeindruckend und passt zu festlichen Anlässen. Darüber hinaus singen sie gerne A-cappella-Stücke – ebenfalls eher außergewöhnlich für einen Dreigesang. 

Während beim Singen im Chor jede Stimme öfter besetzt ist, singt im Dreigesang jede eine eigene Stimme. „Das ist fast wie solo singen und schon aufregend, denn man hört jede noch so kleine Unsicherheit heraus“, räumt Rosina Rumberger im Namen ihrer Freundinnen ein. „Da wir mittlerweile in alle Winde der Region verstreut sind, genießen wir Freundinnen es sehr, uns durch das Singen noch regelmäßig zu sehen“, betont Rosina.

Stehen größere Auftritte an, treffen sich die drei wöchentlich, ansonsten pauschal alle paar Wochen – meistens nachmittags und freilich nur, wenn es die eigentliche Arbeit erlaubt.

„Das Ganze sieht dann eher nach lustigem Kaffeeratsch aus – was es eigentlich auch ist, denn wir haben uns einfach immer viel zu erzählen. Und irgendwann fällt uns dann schon wieder ein, dass wir ja singen wollten“, sagt Rosina Rumberger mit einem Grinsen.

Erinnerungen an Auftritte gibt es viele. Oft sind es herausragende Begegnungen – gerade mit anderen Gruppen, wenn man nach der Veranstaltung noch lustig und gesellig zusammen sitzt. Dabei sei der Ort nebensächlich und ganz egal, ob auf dem Berg, in der Kirche oder beim Wirt.

„Was sogar für uns immer wieder herausragend ist: Durch unsere tiefe Freundschaft kennen wir uns so gut, dass wir uns quasi blind verstehen, wenn wir einmal einen Liedtext durcheinanderbringen. Irgendwie wissen wir genau, was die beiden anderen jetzt denken und wie wir improvisieren müssen“, verrät Rosina Rumberger schmunzelnd.

Gerade die Auftritte in Rappoltskirchen bei Moni Sturz haben sich mittlerweile zu einer wahren Tradition entwickelt. Die drei seien beinah schon „fester Bestandteil der Pfarrgemeinde“ – ob Maiandacht, Adventandacht oder die Wallfahrt nach Altötting: Die Rettenbacher Sängerinnen dürfen nicht fehlen und sind immer mit am Start.

Freundschaft mit
Singen verbinden

Was die Zukunft bringt, das lassen die Frauen ganz entspannt auf sich zukommen: „Wir freuen uns einfach, wenn wir weiterhin unsere Freundschaft mit dem Singen verbinden dürfen.“ Schließlich sei dies das Geheimnis, warum ihr Gesang so harmoniert. „Wir genießen es jedes Mal, wenn wir zusammen kommen und freuen uns auf hoffentlich noch viele gemeinsame Auftritte, sind gespannt, was da noch alles auf uns wartet und für alles offen.“

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