Wenn der Staubsauger nicht mehr reicht

von Redaktion

Pfarrkirche Rott wird nach allen Regeln der Kunst entstaubt – Einsatz von Hebebühne im Inneren

Rott – Es ist fast 23 Jahre her, dass die Pfarrkirche St. Peter und Paul, Marinus und Anianus nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffnet wurde. Sie gilt zusammen mit der Wieskirche als eine der bedeutendsten Beispiele des späten Rokokos in Bayern und zieht dadurch jedes Jahr tausende Gottesdienstbesucher und kunstinteressierte Menschen an.

Wie alle anderen Gebäude auch, verstauben über die Jahre leider auch so bedeutende und beeindruckende Gotteshäuser wie die Kirche in Rott. Die regelmäßige Reinigung des Stuckdekors sowie der zahlreichen Putten und Figuren mit dem Staubsauger wird allerdings schwierig, wenn die Deckenhöhe (ohne die Kuppel) 16 Meter locker übersteigt. Über die Zeit greift der Staub die kostbaren Kunstgegenstände, die unter anderem vom berühmten Holzbildhauer Ignaz Günther geschaffen wurden, und insbesondere auch die Raumschale an. Für den langfristigen Erhalt des berühmten Baudenkmals hat die örtliche Kirchenverwaltung daher bereits im Haushaltsjahr 2024 beschlossen, eine Entstaubung durch die professionelle Kirchenmalerfirma Dommel & Fritz aus Bad Griesbach durchführen zu lassen. Insgesamt wurden 35000 Euro für die Arbeiten zur Verfügung gestellt, die ausschließlich von der örtlichen Kirchenstiftung aus Rott aufgebracht werden müssen. Eine sehr gut investierte Summe, findet Christian Staber. Der örtliche Verwaltungsleiter für die kirchlichen Stiftungen und Liegenschaften macht deutlich, dass diese Reinigungsmaßnahme für die hochkarätige Ausstattung der Rotter Kirche nicht nur absolut gerechtfertigt ist, sondern auch die wirklich teuren Restaurierungskosten für viele Jahre in die Zukunft verschieben kann. Das Team aus Kirchenmalern und Restauratoren reinigte innerhalb von vier Wochen mit Staubsaugern und speziellen Pinseln die hohen Altäre, die zahlreichen Figuren sowie den größten Teil der Decken- und Wandflächen.

Besonders deutlich wurde das Reinigungsergebnis an den großen Figuren mit einer hellen Oberfläche im Altarraum. Ein gutes Beispiel für den Erfolg der Maßnahme ist die Statue des heiligen Ulrichs von Augsburg, der nach der Befreiung von den schwarzen Schmutzpartikeln wieder seine alte Strahlkraft zurückgewonnen hat.

Für diese Arbeiten war der Einsatz einer Kettenbühne erforderlich, die immerhin eine Reichweite von 16 Metern ermöglichte. Ein größeres Gerät konnte aufgrund des Eingangsportals und der dortigen Position des Stiftergrabes leider nicht in die Kirche transportiert werden. Vor dem Einsatz des Geräts im Altarraum war sogar noch die Expertise eines Statikers erforderlich, da die Kirchenverwaltung wegen der darunterliegenden Mönchsgruft kein Risiko eingehen wollte. Kirchenpfleger Sebastian Mühlhuber bedankte sich an dieser Stelle nicht nur bei Diplom-Restauratorin Susanne Dommel für die hervorragende Arbeit. Er betonte auch die tolle Leistung des örtlichen Teams aus Mesner- und Reinigungskräften, die sich fortlaufend um die Pflege der Pfarrkirche in den Abschnitten kümmern, welche mit einem normalen Staubsauger ohne Kettenbühne erreicht werden können.

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