Schon wieder Sperrung in Reitmehring

von Redaktion

Arbeiten am Bahnübergang an der B304 ab heute – Neues Verkehrs-Chaos befürchtet

Wasserburg – Im April dieses Jahres herrschte rund um die B 304 in Reitmehring zeitweise ein VerkehrsChaos. Der Grund war die Sperrung des Bahnübergangs. Lkw-Fahrer irrten durch den Wasserburger Stadtteil, auch weil die Sperrung nicht auf Google-Maps angezeigt worden war. Lange Autoschlangen, vor allem von Fahrern von auswärts, bewegten sich durch die Siedlungen, während viele Ortskundige sich Schleichwege suchten. Anlieger berichten von 40-Tonnern, die sich in der engen Seestraße gegenseitig blockierten.

30000 Fahrzeuge
passieren Flaschenhals

Droht jetzt erneut ein solches Ärgernis? Das fragen sich viele Pendler und Anwohner, denn der Bahnübergang Reitmehring war schon öfter gesperrt, was in der Regel zu großen Störungen führte. Kein Wunder: Ihn passieren täglich 30000 Fahrzeuge. Er ist laut Bahn der am meisten befahrene Übergang im gesamten Streckennetz der Südostbayernbahn.

Dauerhaft ist geplant, den Übergang aufzulösen: durch Bau von Tunnel, Brücke und Trog. Ein Mammutprojekt, das jedoch noch mehrere Jahre auf den ersten Spatenstich warten muss.

Die neue Baustelle ist eine Folge der alten. Denn im April 2025 wurde die Schieneninfrastruktur im Bahnhof Wasserburg umfassend modernisiert: für 5,5 Millionen Euro. Dabei wurden nach Bahnangaben unter anderem der Untergrund unter den Weichen sowie am Übergang „Münchener Straße“ (B304, Reitmehring) bis in eine Tiefe von rund 1,5 Metern erneuert und neu aufgebaut. Da sich der neu eingebrachte Boden unter der Belastung durch Straßen- und Bahnverkehr setze, seien nun sogenannte Belastungsstopfungen erforderlich, teilt die Bahn zum Grund der erneuten Maßnahmen mit.

Bei diesem Verfahren würden Gleise und Weichen mithilfe einer Stopfmaschine erneut angehoben und präzise in ihre Soll-Lage gebracht. Dieses bewährte Verfahren sei fester Bestandteil moderner Gleisbauweisen und entspreche dem aktuellen Stand der Technik.

Für die Arbeiten muss laut Bahn der Asphalt im Bereich der beiden Bahnübergänge ausgebaut werden. Dazu sind Sperrungen notwendig: Der Bahnübergang „Seewies“ ist bereits seit vergangenen Montag zu. Er wird am heutigen Mittwoch um 17 Uhr wieder eröffnet. Dann geht es mit dem Bahnübergang Reitmehring weiter: Er ist am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr dran, bis Sonntag, 12. Oktober, 6 Uhr.

Während der Sperrung des Bahnübergangs Reitmehring wird für den Kraftfahrzeugverkehr eine weiträumige Umleitung eingerichtet: Sie führt laut Bahn über die RO42, MÜ43 und B12 sowie in Richtung München über die B15 und B12. Autofahrer müssen sich also auf längere Fahrzeiten einstellen, eine wichtige Information vor allem auch für Pendler. Fußgänger und Radfahrer können währenddessen den Bahnübergang „Seewies“ als Ausweichroute nutzen. Der Bahnverkehr findet zwischen 5 und 21 Uhr planmäßig statt. Lediglich die letzten Verbindungen an den betroffenen Tagen werden durch Busse ersetzt, so die DB.

Auf die Frage, ob die Sperrung diesmal für den am meisten genutzten Navigator Google-Maps gemeldet worden ist, gibt es auf Anfrage der Redaktion keine Antwort. Die Anlieger hoffen darauf. Sie wollen die Lage genau beobachten. „Abwarten“, heißt es aus Reitmehring.

Schilder
stehen bereits

Tatsache ist: Die Sperrung des Bahnübergangs dauert anders als im April nicht zwei Wochen, sondern nur vier ganze Tage, darunter ein Samstag ohne Berufsverkehr. Außerdem stehen bereits Schilder, die auf die geplante Maßnahme hinweisen. Wenn es jetzt noch auf Google entsprechende Hinweise gibt, könnte es diesmal besser ausgehen.

Andreas Hiebl, bei der Stadt Wasserburg zuständig für das Thema Verkehr, ist diesbezüglich zuversichtlich. Denn über das Bayerninfo-Portal könnten die zuständigen Stellen in der Regel über eine Schnittstelle Sperrungen übergeordneter Straßen einpflegen, die automatisch an die Navigationssysteme übermittelt würden. Das klappe mittlerweile zuverlässig, wie sich gezeigt habe.

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