Griesstätt – Zur jüngsten Gemeinderatssitzung legte die Verwaltung dem Gremium das Ergebnis der Jahresrechnung 2024 vor. Kämmerer Josef Furtner zollte dabei der Kassenverwaltung großes Lob. Zum Abschluss des Tagesordnungspunktes genehmigten die Gemeinderäte auch fünf Haushaltsüberschreitungen und übergaben die Jahresrechnung dem Rechnungsprüfungsausschuss zur Prüfung des Haushaltsjahres. Der Überschuss im Verwaltungshaushalt lag im vergangenen Jahr mit 39187 Euro um 45312 Euro unter dem geplanten Zuführungsbetrag.
Konsequente Umbuchungen
Dies lag hauptsächlich an der Niederschlagswasserabgabe in Höhe von 43231 Euro, welche das Landratsamt Rosenheim für die Jahre 2016 bis 2021 für die Einleitung von Regenwasser in die vorhandenen Gewässer erhoben hatte. Durch konsequente Umbuchungen von verfügbaren Mitteln und eine optimale Ausnutzung des benötigten Kassenkredits konnten 23229 Euro an Zinsausgaben eingespart werden. Auch das Personalamt hatte die Personalkosten für das Haushaltsjahr 2024 optimal berechnet. Mit 3251122 Euro an Personalausgaben lagen die hochgerechneten Personalkosten nur 522 Euro über dem geplanten Haushaltsansatz, was ebenfalls als eine sehr starke Leistung registriert wurde. Obwohl 480000 Euro an geplanten Umsatzsteuererstattungen für den Breitbandausbau nicht im Haushaltsjahr 2024 auf das gemeindliche Konto eingegangen waren, konnte durch Einsparungen und Mehreinnahmen in anderen Bereichen das geplante Ergebnis im Verwaltungshaushalt erreicht werden.
Sorgen bereitete dem Kämmerer das Ergebnis der Defizitabrechnung im Kindergarten. Mit 461689 Euro fiel dies deutlich zu hoch aus und muss dringend massiv verringert werden. Mit 91,6 Prozent Anteil an den Gesamtausgaben für den laufenden Betrieb des Kindergartens sind in diesem Bereich die Personalkosten der erheblichste Anteil. Dabei seien die Ausgaben an externe Dienstleister für Einzelintegration hier noch nicht mit eingerechnet, so Furtner. Weiter sei für die Abwasserentsorgung mit einer Gebührenerhöhung zu rechnen. In der derzeit laufenden Gebührenkalkulation wurde aber der Ausgabenüberhang für den vergangenen Kalkulationszeitraum bereits mit gemeldet.
Im Haushaltsjahr 2024 hatte sich die Unterdeckung um 124966 Euro auf 231484 Euro erhöht.
Im Vermögenshaushalt konnten 586149,08 Euro der Allgemeinen Rücklage zugeführt werden. Dies liegt daran, dass die Kreditaufnahme im November 2024 vollzogen wurde.
Einige geplante Maßnahmen konnten erst 2025 ausgeführt werden, beziehungsweise waren Rechnungen für 2024 erhaltene Leistungen erst im neuen Haushaltsjahr zu begleichen.
Vermögen
aufgebaut
In der Schuldenstandsübersicht gab Josef Furtner einen Einblick über die Schuldenentwicklung der vergangenen zehn Jahre. So lag der Schuldenstand am 31. Dezember 2024 bei 3846196 Euro und damit um rund 100000 Euro niedriger als zehn Jahre zuvor.
In dieser Zeit wurden durchschnittlich pro Jahr rund 280000 Euro Schulden getilgt, auf der anderen Seite aber 866000 Euro an Vermögen aufgebaut.