Vom Fußball zum Golf: Das steckt hinter dem Projekt der legendären Haas-Brüder

von Redaktion

Indoor-Anlage mit Simulator ergänzt Sportangebot – Praxis auch im Winter, wenn die Plätze geschlossen sind

Wasserburg – Dominik Haas nimmt seinen Golfschläger in die Hand. Der Ball liegt vor ihm auf einem kleinen Stück Kunstrasen. Der 41-Jährige holt aus und schwingt mit voller Wucht durch. Der Golfball fliegt – bis er nach rund drei Metern die Leinwand trifft und zu Boden fällt. Virtuell macht sich sein Zwilling auf der Leinwand jedoch auf den Weg. Er fliegt über eine Schlucht und landet dann leider in den Steinen.

In einer
kleinen Scheune

Dominik Haas befindet sich bei diesem Schlag nicht auf einem echten Golfplatz, sondern in einer kleinen Scheune mitten in Wasserburg. Gemeinsam mit seinem Bruder Matthias Haas sowie Maria und Max Heilmann hat er die Indoor-Golf-Lounge Im Haag ins Leben gerufen. Ab morgen, Samstag, kann jeder die „Tap Inn Golf Lounge“ buchen.

Die drei Geschäftsführer Maria Heilmann sowie Dominik und Matthias Haas wollten auch im Winter Golf spielen. Die Plätze haben während der kalten Jahreszeit geschlossen. „Wir haben verschiedene Indoor-Anlagen von zwischen München und Prien getestet“, sagt Matthias Haas. Dann war klar, sie hätten ein solches Angebot gerne auch selbst, erklärt der 35-jährige Wasserburger. Bereits seit rund 20 Jahren spielen Dominik und Matthias Haas in ihrer Freizeit Golf. Früher waren die beiden und auch ihr dritter Bruder Leo Haas erfolgreiche Fußballer, spielten auch beim TSV 1880 Wasserburg.

Mit den Brüdern stieg das Fußball-Team der Innstadt bis in die Bayernliga Süd auf. Auch Max Heilmann (41 Jahre), der mit Dominik Haas in der Schule war, begeistert sich seit vielen Jahren fürs Golfen. Seine Frau Maria (40) ist zwar noch Anfängerin, aber auch überzeugt von dem Sport.

Überhaupt werde Golf immer beliebter, sagt Max Heilmann. Das liege auch daran, dass das Stigma einer sehr teuren Freizeitbeschäftigung wegfalle. „Golf ist kein reiner Eliten-Sport mehr“, vermutet der Schonstetter. So sei Golf auch für jüngere Generationen zugänglich geworden, sagt er. Zudem könne der Sport bis ins hohe Alter gespielt werden, ergänzte Matthias Haas. Anders als bei Fußball oder Eishockey sei das Verletzungsrisiko gering, sagt der 35-Jährige.

Golf „holt einen auf den Boden zurück“

Für Dominik Haas hat Golf eine große Faszination. Sobald man einmal einen guten Schlag habe, wolle man diesen immer wieder schaffen, sagt der Penzinger. Doch der Sport sei dabei auch gnadenlos. Schafft man es nicht so gut, „holt das einen auf den Boden zurück“, sagt der 41-Jährige.

Besonders an diesem Sport ist für Max Heilmann, dass man gemeinsam, aber doch jeder für sich spielen könne. „Wir gehen zwar zusammen auf den Platz oder zur Indoor-Anlage. Aber letztlich spielt beim Golf jeder gegen sich selbst“, sagt der 41-Jährige. Ein Nachteil sei, dass Golf viel Zeit in Anspruch nehme. „Bei einem Spiel mit 18 Loch dauert es rund fünf Stunden“, sagt Heilmann.

Alternative für
Golfen auf Anlagen

Auch dafür wollten die vier Freunde eine Alternative bieten. Die Indoor-Anlage kann rund um die Uhr sowie stundenweise gebucht werden und eignet sich für Anfänger bis Profis. Nur wer den Raum reserviert, hat zu den gebuchten Zeiten Zugang und kommt über einen Zahlencode rein. Der Preis berechnet sich pauschal nach Stunde, egal wie viele Spieler dabei sind. Von Montag bis Freitag kostet eine Stunde zwischen 0 und 16 Uhr 30 Euro. Der Abendtarif zwischen 16 und 24 Uhr für unter der Woche beläuft sich auf 35 Euro pro Stunde. Am Wochenende kostet jede Stunde 35 Euro. Schläger und Bälle gibt es vor Ort.

Wer in der Indoor-Lounge spielen will, braucht keine Platzreife, wie es auf Golfplätzen im Freien oft der Fall ist. Wer mehr an seiner Technik feilen oder doch die Platzreife erhalten will, kann sich auch Trainingsstunden mit einem Experten buchen.

Simuliert wird der Sport über ein Gerät, das an der Decke hängt. Es zeichnet unter anderem die Ball- und Schlägergeschwindigkeit auf. „Bis auf einen halben Meter genau simuliert das Gerät die Flugbahn des Balls“, sagt Dominik Haas. Für die Freunde soll ihr neues Angebot jedoch nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Golfanlagen stehen.

Simulator
gute Ergänzung

Wasserburgs Stadtmanager Simon Arnold begrüßt die neue Anlage. „Es ist immer schön, wenn es neue Freizeitangebote in unserer Stadt gibt“, sagt er. Arnold war selbst lange in der Golf-Branche tätig und praktiziert den Sport auch.

Den Indoor-Simulator sieht er als Ergänzung zu den Golfplätzen im Landkreis und als gutes Angebot für die Region, die laut Arnold in ganz Deutschland als Golfregion bekannt ist. Anna Weinfurtner

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