Hochmoderner Wertstoffhof für die Stadt

von Redaktion

Wasserburg erhält einen neuen Wertstoffhof vor den Toren der Stadt. Die Planung schreitet voran. Was die neue Anlage so besonders macht.

Wasserburg – Raus aus der engen Altstadt, heißt es für den Wertstoffhof in Wasserburg. Er platzt auf dem alten Standort in der Nähe des Parkplatzes am Gries und am Bauhof aus allen Nähten. Vor den Toren herrscht an den Hauptsammeltagen oft ein Gedränge, die Anlage erfüllt außerdem nicht mehr die Voraussetzungen für modernes Arbeiten.

Kooperation
mit Eiselfing

Der Stadtrat hat deshalb den Grundsatzbeschluss gefällt, den Wertstoffhof zu verlegen: an die Priener Straße auf ein städtisches Grundstück. Hier sollen die Bürger ihre recycelfähigen Abfälle komfortabel anliefern und abgeben können, hier sollen die Mitarbeitenden sichere und moderne Arbeitsplätze erhalten.

Und hier ist auch eine Kooperation mit der Nachbargemeinde Eiselfing geplant: Auch deren Bürger sollen die Anlage nutzen dürfen.

Dafür verhandeln Eiselfing und Wasserburg mit dem Landkreis Rosenheim. Dieser ist für die Müllentsorgung zuständig. Wasserburg hat eine Sonderstellung im Landkreis: Die Stadt darf als einzige Kommune ihr eigenes System anwenden. Ein Sonderfall: mit eigenen Wertstoffinseln, Hol- und Bringsystem sowie Biotonne. Die Wasserburger nehmen es gut an: Die Restmüllmenge sinkt seit Jahren, weil die Bürger Wertstoffe aller Art fleißig dem Recycling zuführen. Doch es gibt auch Probleme: etwa mit der Altkleidersammlung oder durch wilde Müllkippen auf den Wertstoffinseln.

Im Umweltausschuss unter Leitung von Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) lag jetzt ein neuer Vorentwurf von den Fachplanern „bharchitekten“ vor.

Er zeigte recht detailliert, wie der neue Wertstoffhof in der Tegernau aussehen könnte. Wichtigste Information für die Bürger von Wasserburg und Eiselfing: Die Anlage wird vollständig überdacht. Bei Wind und Wetter sind die Nutzer und das Personal vor Regen, Wind oder Schnee geschützt. Die vollständige Überdachung des Hofes und der Gebäude war bisher in dieser Form nicht vorgesehen. Sie sorgt dafür, dass hier kein Winterdienst notwendig ist. Der Umweltausschuss beschloss außerdem einstimmig, dass die Hauptträger der Anlage in Fichtenholz erstellt werden, darauf hatte der Stadtrat bereits bei der Grundsatzentscheidung bestanden. Die Betriebsgebäude entstehen in Holzständerbauweise. Zur nachhaltigen Ausrichtung des Bauwerkes gehört auch eine PV-Anlage, die nun aufgrund der Gesamtüberdachung größer ausfallen kann als ursprünglich gedacht.

Erschließung
von Osten her

Die Kosten erhöhen sich laut Stadtverwaltung: um 561000 auf 5,736 Millionen Euro. Eines muss außerdem noch geklärt werden: Offen sind rechtliche Fragen rund um die Zufahrt zu den Resten des Umspannwerks über die Priener Straße. Hier besteht eine Grunddienstbarkeit des Bayernwerkes, die mit dem Neubau kollidieren könnte. Eine Einigung wird laut Stadtverwaltung jedoch erwartet.

Die Erschließung des neuen Wertstoffhofes ist davon nicht betroffen. Sie verläuft von Osten her über die Schmerbeckstraße, so Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann auf Anfrage. Baustart soll 2026 sein.

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