Maitenbeth – Maria Stoiber aus Maitenbeth ist geistig noch so fit, dass sie jeden Lebensabschnitt bis ins kleinste Detail schildern konnte, als sie kürzlich ihren 90. Geburtstag feierte. „Mir geht es auch wirklich gut und ich bin mit meinem Leben zufrieden. Lediglich allein gehen kann ich nicht mehr nach meinem Oberschenkelhalsbruch im August vergangenen Jahres, da bin ich mittlerweile auf diesen Mercedes angewiesen“, sagt sie, als sie mit ihrem Luxus-Rollator durch die Wohnung wandert.
In den vergangenen Jahren hat sich deshalb in ihrem Leben doch einiges geändert. Beim Haushalt, zum Putzen und für den Alltag braucht sie mittlerweile immer mehr die Unterstützung der Familie ihrer Tochter Beate. Ihren geliebten Garten kann sie nicht mehr selbst pflegen, sondern nur mehr die Blumen bewundern. Früher hat sie gerne an den Seniorennachmittagen teilgenommen. Da sie nicht mehr mobil ist, spielt sich ihr Leben aber heute überwiegend in den eigenen vier Wänden ab.
Maria Stoiber ist eine geborene Fischer, in Achrain bei Murnau geboren und dort zusammen mit fünf Geschwistern in einfachen Verhältnissen auch aufgewachsen. Ihr Vater war Rottmeister beim Baron von Wendland. Im Alter von sieben Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Neupullach und ist in Forstinning zur Schule gegangen. Mit zwölf Jahren kam sie zu Verwandten nach Neumühlhausen und besuchte dann die letzten drei Jahre die Schule in Hohenlinden. Danach arbeitete sie zunächst in mehreren Haushalten und anschließend sechs Jahre bei der Firma Eicher in Forstern.
Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Martin kennen, der dann 1960 bei einem Betriebsausflug um ihre Hand anhielt. Schon vier Wochen später wurde geheiratet und sie ist zu ihm auf das Stoiber-Anwesen in den heutigen Bürgermeister-Steinweber-Weg gezogen. Dort lebten sie bis 1971, ehe sie sich in der Christopher Straße ein neues Eigenheim gebaut und dieses 1983 erweitert haben.
Die Töchter Roswitha, Heidi und Beate kamen zur Welt, sechs Enkel und zwei Urenkel folgten. Zwölf Jahre hat sie als zweite Kraft ihren Mann auf dessen Milchtransporter begleitet und sich um die Buchführung gekümmert. Danach arbeitet sie noch weitere zwölf Jahre im Kreisklinikum Ebersberg im Versorgungsbereich. Als Ehemann Martin 1984 das Bürgermeisteramt in Maitenbeth übernahm, trug sie in dessen 16 Jahren Amtszeit weitgehend alleine die Verantwortung für das Unternehmen, das Haus und die Familie.
Im Jahr 2000 musste sie von ihren Ehemann Martin Abschied nehmen, der einem Krebsleiden erlegen ist. Noch am Sterbebett wurde der ganze Betrieb an Schwiegersohn Hans übergeben.
Maria Stoiber war zwölf Jahre ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat tätig. Zwölf Jahre lang war sie auch Vorsitzende der Katholischen Frauengruppe und sie wirkte 21 Jahre im Maitenbether Singkreis unter der Leitung von Frau Deuflhart-Schreck mit. „Irgendwie hat mich die Zahl 12 das ganze Leben lang begleitet“, erzählt die Jubilarin.
Eine weitere Leidenschaft von ihr war das Stricken, durch das sie die ganze Familie mit Socken versorgt hat. Sie liest jeden Tag ausgiebig die Tageszeitung und verpasst beim Fernsehen kaum mal eine Sendung von „Sturm der Liebe“. „Wenn mir danach ist, mache ich zur rechten Zeit auch mal untertags ein Nickerchen, was ich mir früher gar nicht hätte vorstellen können.“
Bürgermeister Thomas Stark, Maria Rutzmoser von der Pfarrgemeinde und Sabine Frost vom Gartenbauverein waren als Gratulanten gekommen. Ausgiebig gefeiert wird mit der großen Familie am kommenden Sonntag in Moosham. „Ich hoffe, dass dazu auch alle kommen“, sagt sie. rl