Wasserburg – Wenn am heutigen Samstag auf Hawaii der Startschuss zum legendären Ironman fällt, ist auch eine Mitarbeiterin des kbo-Inn-Salzach-Klinikums Wasserburg mit am Start: Leonie Rauch, stellvertretende Leiterin der Controlling-Abteilung, hat sich für die Weltmeisterschaft im Triathlon qualifiziert. Damit erfüllt sie sich einen langjährigen sportlichen Traum – und zeigt eindrucksvoll, dass sich berufliche Verantwortung, Leistungssport und berufsbegleitendes Studium erfolgreich miteinander vereinbaren lassen.
Anerkennung und
Rückhalt vom
Arbeitgeber
Leonie Rauch ist seit vielen Jahren sportlich aktiv – der erste Triathlon liegt inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte zurück. In den intensiven Trainingsphasen stehen bis zu 20 Stunden Sport pro Woche auf dem Plan. Dabei spielt strukturiertes Zeitmanagement eine entscheidende Rolle – beruflich wie sportlich. „Ohne Organisation würde das gar nicht gehen. Ich plane meine Woche am Sonntag durch – vom Training über die Arbeit bis zum Einkaufen. Das hilft mir, alles unter einen Hut zu bekommen“, erzählt die Eiselfingerin mit einem Lächeln.
Ihre strukturierte Herangehensweise komme ihr auch im Berufsalltag zugute: Im Controlling arbeitet sie unter anderem an Wirtschaftsplänen und Quartalsberichten, Aufgaben, bei denen Genauigkeit, Überblick, Ausdauer und Planungstalent gefragt sind. Neben Training, Beruf und Studium bleibt auch der Alltag gut organisiert: Freizeit ist bei Leonie Rauch bewusst eingeplant. Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und kleine Pausen mit ihren beiden Katzen sorgen für Ausgleich und Regeneration, berichtet sie.
Unterstützt wird die 27-Jährige nicht nur von ihrem Freund, sondern auch von ihrem Arbeitgeber: Das kbo-Inn-Salzach-Klinikum ermöglicht ihr flexible Arbeitszeitmodelle und zeigte sich in der Vorbereitung auf den Wettkampf möglichst unterstützend. „Wir sind sehr stolz auf Frau Rauch und wünschen ihr für den Ironman auf Hawaii viel Erfolg und Durchhaltevermögen“, betont Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des Fachkrankenhauses.
„Ihr Beispiel zeigt auf beeindruckende Weise, wie Leistungsbereitschaft, Disziplin und Teamgeist aus dem Sport auch im Berufsleben wirken. Sie steht für das, was wir als Arbeitgeber fördern möchten – Engagement, Eigeninitiative und Leidenschaft.“ Die Athletin zeigt sich dem Klinikum überaus verbunden: „Ich bin meinem Arbeitgeber wirklich dankbar, dass ich sogar in einer so arbeitsintensiven Phase einfach drei Wochen für den Ironman freibekommen habe. Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit.“ In den vergangenen Wochen stand noch einmal intensives Training zur Wettkampfvorbereitung an: Schwimmen, Radfahren, Laufen – dazu Krafttraining, Yoga und bewusste Regeneration.
Leonies klares Ziel
ist ein Zieleinlauf
noch bei Tageslicht
Auf Hawaii erwartet sie nun die wohl bisher größte sportliche Herausforderung ihres Lebens: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen – die gleiche Distanz wie die Männer, bei tropischen Temperaturen und vermutlich starkem Wind.
„Ich war noch nie auf Hawaii“, berichtet sie, „ich weiß nicht, wie die Bedingungen wirklich sind. An sich kann ich gut mit der Hitze – ich gehe auch zweimal die Woche in die Sauna. Daher habe ich nicht so die Riesenprobleme mit Hitze. In Hamburg hatten wir so um die 22 Grad – das war fast schon kühl für einen Triathlon. In Roth letztes Jahr war es mit 18 Grad richtig unangenehm, da habe ich auf dem Rad sogar eine Weste angezogen, weil mir so kalt war.“
Am meisten Spaß bei den drei Disziplinen macht ihr das Laufen, „weil ich da meine mentale Stärke voll ausspielen kann. Aber auch das Radfahren liebe ich – man kommt weit herum, kann abschalten, Landschaft genießen. Und Schwimmen ist schön, wenn man einfach seine Bahnen zieht. Ich mag alle drei Disziplinen.“ Trainingsstätte für das Schwimmen ist übrigens primär das Wasserburger Badria.
„Der Ironman ist ein reines Energie-Management. Man muss wissen, wann und wie man mit Gels und Riegeln die Speicher nachfüllt, und durchgehend mental stark bleiben. Am Ende zählt der Kopf mindestens so viel wie die Beine“, sagt Rauch.
Vor einer Verletzung, die sie im Training leider zurückgeworfen hat, hatte sie sich einen Platz unter den besten Zehn ihrer Altersklasse vorgenommen. Nach der verletzungsbedingten Pause stehen für sie nun vor allem der Zieleinlauf bei Tageslicht und das Erlebnis auf Hawaii zu genießen im Fokus.
Vorfreude auf
Ungesundes
und Fettiges
Nach dem Rennen und den unzähligen eintönigen Kohlenhydraten in der Vorbereitungsphase auf das Spektakel freut sich Leonie Rauch dann zunächst auf etwas richtig Ungesundes und Fettiges – zum Beispiel auf Pommes. Danach stehen ein paar Tage Erholung auf Hawaii an – und wenn der Muskelkater es zulässt, vielleicht sogar eine kleine Surfeinheit –, bevor es schließlich zurück nach Wasserburg und an den Schreibtisch geht.