Edling – Im Oktober 2000 beschloss der Edlinger Gemeinderat im Rahmen der Aufstellung einer Agenda 21 die Bildung von Arbeitskreisen, die sich mit der nachhaltigen Entwicklung auf kommunaler Ebene mit der Einbeziehung der Bürgerschaft beschäftigten. Der damalige Altbürgermeister Helmuth Schnetzer und der immer noch aktive Gemeinderat Helmut Hammerbacher versammelten sich gemeinsam mit interessierten Edlingern in Schloss Hart, um unter dem Namen „Natur/Wasser/Landwirtschaft“ Vorschläge und deren Umsetzung zu erarbeiten.
Leicht sonnige
Herbststimmung
Eingeladen waren dazu auch die landwirtschaftlichen Betriebe der Gemeinde. Um mit einem ersten konkreten Projekt wahrgenommen zu werden, wurde deshalb genau vor 25 Jahren der erste Bauernmarkt organisiert. Mittlerweile ist der örtliche Obst- und Gartenbauverein allein verantwortlich für die Organisation und Durchführung des Bauernmarktes mit dem Pflanzentauschtag. Auch heuer wieder bei einer leicht sonnigen Herbststimmung am vergangenen Samstag. Viele Besucher aus der Gemeinde und der Region waren deshalb auf dem Vorplatz der Edlinger Franziska-Lechner Grund- und Mittelschule gekommen. Die Organisatoren waren darüber natürlich recht froh, denn wieder einmal hatten sie die Veranstaltung bestens vorbereitet. Die Anbieter aus dem Ort und dem näheren Umland präsentierten ein überaus großes und bunt gemischtes Angebot an Waren. Viele Lebensmittel, die meisten natürlich Öko oder Bio, gab es und leckere, nein, „sakrisch guade“, ausgebackene Apfelkücherl. Ein richtiger Renner schlechthin waren wieder die frischen heißen Würste mit einer reschen Breze oder einer Semmel dazu. Der kulinarische Höhepunkt war allerdings wie immer das schon traditionelle Rehragout.
Bei dem Angebot mit den fast unüberschaubaren selbst gebackenen Kuchen sowie den tagesfrischen Produkten aus den Gärten und landwirtschaftlichen Betrieben mit dem gesunden Brot, den Walnusskernen und den naturnahen Honigprodukten, wähnte man sich schon fast wie im Schlaraffenland. Dazu gab es noch Gestricktes und Gehäckeltes für jedes Alter und handwerklich produzierte Gegenstände. Nichts gab es, was es nicht gab. Selbst ein Messer- und Scherenschleifer fehlte nicht mit seiner Handwerkskunst. Gerade jüngere Generationen wissen ja oft gar nicht mehr, was da eigentlich „gemacht“ wird.
Zwei fachkompetente Apfelkenner, also Pomologen, waren extra nach Edling gekommen, um die in dem ein oder anderen Garten an den Bäumen hängenden Früchte zu deuten oder gar zu kennen. Allerdings nur dann, wenn man ein eigenes Vorzeigestück mitgebracht hatte. Neu hinzugekommen in diesem Jahr war zusätzlich ein Gartler-Flohmarkt.
Tausch von Pflanzen
und Werkzeug
Der Pflanzentauschtag wurde als Möglichkeit genutzt, im eigenen Garten die bisherige Bepflanzung auszugraben und in eine schon lange gesuchte und nun auf dem Bauernmarkt gefundene Pflanze umzutauschen. Egal ob Staudenware, Blumenzwiebel, Knolle oder Samen. Umgetauscht werden konnten auch diverse Gartenutensilien, die in einem Hobbygarten halt so gebraucht werden. Wer nichts zum Rücktausch anbieten konnte, durfte sich mit einer kleinen Spende an den Gartenbauverein seine neue Errungenschaft mit nach Hause nehmen. Ein kleines Bastelprogramm gab es für Kinder bei der Kindergruppe „Wühlmäuse“ des Obst- und Gartenbauvereins.