Christoph Greißl wehrt sich gegen Kritik

von Redaktion

In Kirchdorf brodelt es vor der Kommunalwahl. Bürgermeister Christoph Greißl (FWG) wehrt sich gegen die Kritik der Gemeinderäte und erklärt, wo er Probleme sieht.

Kirchdorf – Knapp fünf Monate vor der eigentlichen Kommunalwahl kochen in Kirchdorf die Gemüter hoch. Amtierender Bürgermeister Christoph Greißl hatte angekündigt, sich noch einmal zur Wahl stellen zu wollen. Die Mehrheit der Gemeinderäte stellte sich jedoch öffentlich dagegen und will stattdessen lieber Franz Wieser nominieren.

Öffentlich und gegenüber der Wasserburger Zeitung hatten sie Greißl teils massiv kritisiert. Greißl wiederum sieht sich und die Situation in Kirchdorf nun von den Gemeinderäten falsch dargestellt. Kurz vor der Aufstellungsversammlung der FWG Kirchdorf am 16. Oktober wolle er deshalb „noch einiges klarstellen“ und wandte sich deshalb erneut an die Wasserburger Zeitung und innsalzach24.de.

Greißl sieht sich
als Teamplayer

Die Gemeinderatsmitglieder hatten ihn als „keinen Teamplayer“ bezeichnet. Eine Aussage, die ihn doch sehr überrasche, denn das genaue Gegenteil sei der Fall: „Weil ich bekanntermaßen ein Teamplayer bin, habe ich von Beginn an versucht, die Zusammenarbeit im Gremium zu stärken und den Gemeinderat mehrmals zu einer Klausurtagung zu bewegen, um über die Zusammenarbeit und vor allem über den Umgang miteinander zu reden“, sagt Greißl. Dieser Vorstoß sei aber immer wieder abgelehnt worden.

Auch die Behauptung, „leichtfertig“ die Personalverantwortung an die ehemalige Geschäftsleiterin abgegeben zu haben und die Kündigungswelle „laufen gelassen“ zu haben, weist Greißl von sich. „Bereits vor meiner Zeit als VG-Vorsitzender lag die Personalverantwortung bei der Geschäftsleitung“, stellt Greißl klar. In einer Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft sei vereinbart worden, dass sich beide Bürgermeister aus Reichertsheim und Kirchdorf aus Personal- und Verwaltungsangelegenheiten heraushalten sollen. Dennoch, erklärt Greißl, habe er rückblickend bedauerlicherweise zu lange gezögert, der damaligen Geschäftsleitung Einhalt zu gebieten und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Ich habe mich auf die Geschäftsleitung verlassen, das war ein Fehler. Im Nachhinein ist man aber immer klüger, auch ich“, meint Christoph Greißl.

Rätselhaft sei für ihn auch, wie die Gemeinderäte beurteilen wollten, welchen Rückhalt er als Bürgermeister in der Verwaltungsgemeinschaft habe. „Ich bin regelmäßig in Reichertsheim vor Ort und arbeite mit den Mitarbeitern gut und konstruktiv für die Belange der Gemeinde Kirchdorf zusammen – schließlich steht in einer Verwaltung die Arbeit für die Gemeinden im Vordergrund“, so Greißl. Die Mitarbeiter würden hinter ihm stehen.

An Struktur, wie von den Gemeinderäten behauptet, würde es ihm auch nicht fehlen. „Seit ich 2020 in das Amt gekommen bin, habe ich von Beginn an viele Themen selbst erledigt“, so Greißl. „Ohne ein gewisses Maß an Struktur ist dies wohl nicht zu bewältigen.“

Auch die Aussage, dass Projekte, wie die Bebauungspläne in Kirchdorf-West, verschleppt würden, will Christoph Greißl so nicht stehen lassen. „Es war ein klares Vorgehen zu den Änderungen der Bebauungspläne vereinbart“, so Greißl. Auf Wunsch des Gemeinderates sei ein Stimmungsbild der Bürger im Gebiet West II eingeholt und anschließend der Auftrag an ein Planungsbüro vergeben worden. Die Arbeiten hierzu würden wie geplant laufen. Auch bei weiteren Projekte stehe er nicht alleinig in der Verantwortung, dass diese nicht umgesetzt werden konnten.

Beim Fernwärmenetz habe der Gemeinderat Anfang 2023 beschlossen, dieses nicht auszubauen. Die Bauhofhalle sei bei der Erstellung des Finanzplans in 2024 zurückgestellt worden, da man den Umfang und Planungen der Sanierung der Kläranlage Kirchdorf abwarten wollte.

„Gestörte
Kommunikation“

Einzig die vom Gemeinderat angeprangerte „gestörte Kommunikation“ sieht Greißl als gegeben, nimmt allerdings auch die Gemeinderatsmitglieder in die Verantwortung. „Es gibt unzählige Situationen in den letzten Jahren, die zeigen, dass es nicht nur in diesem Wahlkampf, sondern schon lange vorher um persönliche Befindlichkeiten einiger Gemeinderäte geht und dass das Wohl der Gemeinde längst in den Hintergrund gerückt zu sein scheint.

Mit falschen Aussagen und Gerüchten wurde leichtfertig in Kauf genommen, auch meiner Familie Schaden zuzufügen“, empört sich Greißl. Zudem seien Angriffe auf die jetzige Verwaltung keine Seltenheit mehr.

„Meine Versuche, den Umgang im Gremium zu bessern, wurden ausgeschlagen. Mir persönlich liegt mehr daran, mit- statt übereinander zu reden“, stellt Christoph Greißl klar.

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