Wasserburg – Die alte Schifferzunft wieder ins Leben zu rufen, das hatten sich die 39 Gründungsmitglieder der neuen alten St.-Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft im Oktober 2000 auf die Fahnen geschrieben. Ihr Ziel: das Wissen um die Inn-Schifffahrt zu erhalten und zu erweitern, aber auch die Geselligkeit zu pflegen.
Zum Ersten Vorsitzenden wurde der damalige Flußmeister Herbert Rödig gewählt. Im Vorfeld hatten Letzterer, Witgar Neumaier, Hanns Airainer und Sebastian Weger, die bereits beim Bürgerspiel als Schiffleut aktiv gewesen waren, die Wiederbegründung der Bruderschaft vorbereitet. Aber man wollte auch Ansprechpartner in Fragen des Natur- und Gewässerschutzes entlang des Inns sein.
Unmengen an Wasser
in der Baugrube
Zudem wurde eine Zusammenarbeit mit dem Heimatverein vereinbart und man versicherte sich der Unterstützung des Heimatpflegers Ferdinand Steffan. Finanzielle Hilfe kam vom Bürgerspielorganisator Erich Baumgartner, denn alle Vereinigungen, die aus dem Bürgerspiel hervorgingen, sollten am Überschuss beteiligt werden.
Großer Andrang herrschte vor 25 Jahren auch bei der Einweihung des neuen Altstadtkindergartens. Dabei wurden die Erinnerungen an die Bauphase wachgerufen, wie etwa an den Lärm oder die Unmengen an Wasser in der Baugrube, die erst in den Inn gepumpt werden mussten. Zunächst hatte es auf der Baustelle eher so ausgesehen, als sollte ein neues Schwimmbad errichtet werden. Bürgermeister Dr. Martin Geiger erinnerte daran, dass mit dem Neubau des Kindergartens auch der ursprüngliche Nutzungszweck des in den 1920er-Jahren von der Stadt erworbenen Grundstücks erfüllt werden konnte. Zwar gebe es anderswo schönere und größere Kindergärten, aber man müsse halt da bauen, wo auch die Kinder leben, betonte Geiger. Zudem erhoffte er sich, dass Konflikte durch Zusammenarbeit gelöst würden und die Unterstützung der Eltern auch über den Zeitraum des Kindergartenbesuchs hinausgehen möge.
Pfarrei Reitmehring
wird eigenständig
Auch Reitmehring stand im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nach 40 Jahren als Filialkirche von Edling sollte die Kirche St. Antonius offiziell zur eigenständigen Pfarrkuratie, also zur weitgehend selbstständigen „Quasigemeinde“ erhoben werden. Denn, so befand es Pfarrer Bernd Joa, sei die Antonius-Kirche zwar kirchenrechtlich eine Filiale von Edling, de facto aber doch mit ihren 1250 Reitmehringer Katholiken eine eigene Pfarrei. Nun gab es im Rahmen der künftigen Eigenständigkeit offiziell ein eigenes Sigel, eigene Matrikelbücher und einen eigenen Pfarrgemeinderat. Auch die Wahl einer eigenen Kirchenverwaltung signalisierte die Eigenverantwortung.
Die Gemeindevertreter sollten aber keine leichte Aufgabe übernehmen, denn der 1959 errichtete Kirchenbau war damals wegen Geldmangels einfach ausgeführt worden und St. Antonius laufend reparaturbedürftig. Sogar das Einreißen des Turms war wegen erfolgloser Sanierungsversuche schon erwogen worden. Auch auf einen eigenen Pfarrer mussten die Reitmehringer noch verzichten. Der Grund: Personalmangel.