Rechtmehring – Mit einer Überraschung begann für den neuen Pächter des Kirchenwirtes in Rechtmehring die Eröffnung am vergangenen Freitag. Die „Mehringer Blechblosn“ begrüßte ihn mit acht Personen und spielte ein paar Ständchen. Dann machten sie eine „Zeche“ in der voll besetzten Gaststube und unterhielten die Gäste mit Musik.
Ein typisch bayerischer Abend, möchte man meinen. Und das Essen war auch bayerisch – aber nur zum Teil. Denn Pächter Besin Fidan bietet neben bayerischer Küche auch kroatische und türkische Köstlichkeiten. Oder wie er es zusammengefasst nennt: „Bayerisch, Balkan, Burger“. Ganz getreu seinen Wurzeln.
Wurzeln im Balkan
und in der Türkei
Denn geboren ist der 32-Jährige wie seine Schwester Berna und sein Bruder Deniz in Deutschland. Die Eltern stammen aber aus der Türkei. Dorthin waren die Großeltern nach Ausbruch des Balkankriegs in Serbien geflüchtet.
Aktuell wohnt Fidan noch in München, ab November will der neue Pächter des Kirchenwirts nach Haag umziehen. In die Region habe es ihn wegen des Tipps eines Verwandten gezogen, erzählt er. Dieser führe das Asia-Restaurant in Haag und habe davon erfahren, dass der Kirchenwirt wieder neu zu verpachten sei.
Für Besin Fidan geht mit der Übernahme des Kirchenwirts ein Traum in Erfüllung. Der gelernte Einzelhandelskaufmann möchte hier sein Hobby zum Beruf machen. Denn auf die Frage, was er in seiner Freizeit am liebsten tue, sagt er: „Ein bisschen lesen und am liebsten kochen.“
Bei drei Jahren Erfahrung in der Gastronomie kam er er dann schließlich vollends auf den Geschmack.
Am Eröffnungsabend kamen seine Küche und sein Konzept schon mal gut an bei den Gästen im Kirchenwirt. Es sei „viel los“, meinte Besin Fidan. Gaststube und Nebenzimmer waren voll. Besonders gelobt wurden von den Besuchern die Burger und das Cevapcici, auch wenn dieses schnell ausgegangen ist.
Die Leute glücklich
machen mit Essen
Er wolle „die Leute glücklich machen mit Essen“, sagt Fidan mit strahlenden Augen. Unterstützen werde ihn dabei im Kirchenwirt künftig vor allen Dingen seine Schwester Berna, die vorwiegend bedient, und sein Bruder Deniz, den man öfter hinter der Schänke sehen werde. Zufrieden mit dem ersten Abend zeigen sich auch Alois und Betti Unertl, die Besitzer des Kirchenwirts. „Wir sind guter Dinge“, erklärten die Verpächter am ersten Abend. Wichtig sei, dass das Gebäude wieder belebt werde und das Dorf ein Wirtshaus habe, betonten sie.