Schnaitsee – Etwa 50 Besucher hatten sich eingefunden, um im Saal der „Taverna Ägäis“ das 20-jährige Bestehen des Heimatvereins Schnaitsee zu feiern. Vorsitzender Dr. Arnold Böhm konnte hierzu auch Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika, Agnes Rahn vom Verein Heimatmuseum Kienberg, den ehemaligen Ortsheimatpfleger von Wasserburg, Ferdinand Steffan, den früheren Leiter der Stiftung Ecksberg, Johannes Hertkorn, und den LAG-Vorsitzenden, Bürgermeister Sepp Reithmaier begrüßen.
Launiger Vortrag
von Dr. Norbert Göttler
Im Festreferat versuchte Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck den Begriff „Heimat“ zu konkretisieren. Als Erstes führte er eine Definition des verstorbenen Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher an: „Heimat ist ein von Liebe durchwehter Raum.“ Weitere Erklärungen bezeichnen Heimat als „Freiheit von Gemeinschaft in Raum und Tradition“. Dies hat aber nicht zu allen Zeiten gegolten. Ein Blick ins Gemeindearchiv weist als „Bürger der Gemeinde“ im Jahre 1900 nur Personen aus, die Haus und Grund besitzen beziehungsweise Steuerzahler sind. Der „Bayerische Landesverein für Landespflege“ definiert „Heimat“ als „Raum, mit dem man sich identifizieren kann“. Diese Auslegung führte zu den Zielen des Heimatvereins Schnaitsee: „Dorf- und Heimatgeschichte der Gemeinde Schnaitsee erforschen, Brauchtum beleben“, „Unsere Heimat pflegen und lebenswert erhalten“, „Aufbau und Unterhalt eines Heimatarchivs“, „Unsere Kulturgüter erforschen und bewahren“, „Lebensqualität unserer Bürger erhalten und wenn möglich steigern“. In der Folge zählte Schuhbeck eine bunte Reihe von Aktivitäten des Vereins auf, um diese Ziele zu verwirklichen.
Als Festredner war der Publizist, Schriftsteller, Fernsehregisseur, Mitglied des deutschen PEN-Zentrums und ehemalige Bezirksheimatpfleger von Oberbayern, Dr. Norbert Göttler, eingeladen worden. In einem launigen Vortrag versuchte Göttler den Gästen die Eigenheiten des bairischen Dialekts nahezubringen.
Er beließ es dabei nicht bei einer tabellarischen Erklärung von Dialekt-Begriffen, sondern er zeigte das Wesen der bairischen Sprache und ihrer vielzähligen Varianten anhand von Beispielen und Texten auf. Besonders ging er auch auf die schriftliche Darstellung des Bairischen ein, die oftmals schnell an ihre Grenzen stößt, weil gerade zum Beispiel die Vokale in vielen Varianten gesprochen werden.
Göttler hatte auch mehrere Exemplare seiner Veröffentlichungen „Irxenschmoiz und Wedahex“, Ohrwuzler und Zeiserlwogn sowie sein Werk „Weiße Fahne“ zu den NS-Endphasenverbrechen an Friedenswilligen in Bayern 1945 zum Erwerb mitgebracht.
Chronik füllt
schon fünf Ordner
Die vier Damen der „Weinleiten-Musi“ aus Gars umrahmten die Feier mit ihren Melodien. Auf einer großen Bilderwand war eine Auswahl von Bildern der Aktivitäten und Projekte des Heimatvereins während der 20 Jahre ausgestellt.
Anhand der mittlerweile fünf Chronik-Ordner konnten sich die Besucher über das gesamte bisherige Wirken des Vereins informieren. Auch lagen die drei Publikationen, der Bildband „Schnaitsee-Waldhausen-Kirchstätt – Erinnerungen in Bildern“, das zweibändige „Heimatbuch Schnaitsee“ und das jüngste Werk, die Veröffentlichung der sogenannten „Veichtmayr Chronik“ zum Durchblättern auf.