Wasserburg – Es ist ein Thema, das in der Stadt immer wieder große öffentliche Beachtung findet: die Geschichte des „Fletzi“. So wird ein Skelett aus dem frühen Mittelalter genannt, das im Juni 2013 bei Ausgrabungen in der Altstadt von Wasserburg entdeckt wurde.
Der Knochenmann und einige uralte Mauern kamen bei Grabungsarbeiten vor dem Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem Gelände der ehemaligen Fletzinger-Brauerei nahe der Fletzingergasse ans Tageslicht. Vor dem Hintergrund neuer archäologischer Befunde sagte Dr. Jochen Haberstroh vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gegenüber unserer Zeitung: „Es war damals klar, dass ein ganz wichtiger Grabungsbefund vorliegt.“
Leider aber habe eine wissenschaftliche Auswertung über einen längeren Zeitraum nicht stattgefunden. „Wir sind der Öffentlichkeit etwas schuldig geblieben im Hinblick auf die Ergebnisse“, so Haberstroh. Bürgermeister Michael Kölbl habe sich stark engagiert, hier für Aufklärung zu sorgen. Und Haberstroh sagte zu, einen Fachvortrag zu dem Thema zu halten.
„Es ist ein anthropologisch interessantes Skelett“, so sein Urteil. „,Fletzi‘ war ein besonders kräftiger Mann, mit dem Kopf auf einem Stein.“ Leider seien keine Grabbeigaben entdeckt worden, aus denen man weitere Schlüsse hätte ziehen können.
Mit der an einer Rippe vorgenommenen C-14-Methode sei nun eine deutlich ältere Datierung belegt worden: „Wir landen bei ,Fletzi‘ in der Mitte des sechsten Jahrhunderts.“ Bisher war vom neunten Jahrhundert die Rede. Die Veranstaltung findet am Montag, 27. Oktober, im Rathaussaal statt, Beginn ist um 19.30 Uhr. win