von Redaktion

Armin Stockerer inszeniert „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer – Zwischen Tragik und Komödie

Mühldorf – „Viel Lebensphilosophie, die absurd komödiantisch gebrochen wird.“ Mit „Indien“ inszeniert Armin Stockerer in Co-Produktion mit dem Mühldorfer Kulturschupp’n eine bitterböse Tragikomödie und erfüllt sich damit einen lang gehegten Herzenswunsch. Die Premiere ist am Freitag, 24. Oktober.

Die beiden ungleichen Hotel- und Gaststättentester Heinz Bösel und Kurt Fellner gehen zusammen auf Tour durch die bayerische Provinz und entwickeln nach anfänglicher Abneigung schließlich eine tiefe Freundschaft zueinander. Auf ihrer Reise streiten Bösel und Fellner, reden aneinander vorbei, philosophieren und vertrauen sich persönliche Dinge an – zwischen Komik, Absurdität und Tragik.

Auseinandersetzung
mit Vergänglichkeit

„Es geht um die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit“, erklärt Armin Stockerer. „Das Stück ist ein Auf und Ab der Gefühle, ein Hin und Her zwischen Lachen und Weinen.“

Gemeinsam mit Mike Sobotka führt der Mühldorfer die Tragikomödie der österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer als Zwei-Mann-Stück im Mühldorfer Kulturschupp’n auf. „Mike ist die perfekte Besetzung dafür und im Kulturschupp’n haben wir aufgrund der Größe und Atmosphäre ideale Bedingungen, um die Stimmung des Stücks zu vermitteln“, freut sich Stockerer, der gleichzeitig als Schauspieler, Regisseur, Kostümbildner und Requisiteur agieren muss. „Das ist schon eine Herausforderung, aber Mike und das Kulturschupp’n-Team unterstützen mich sehr.“

Die beiden Schauspieler Stockerer und Sobotka verbindet eine langjährige Freundschaft mit etlichen gemeinsamen Projekten. Beide sind gebürtige Mühldorfer und haben zusammen bereits 2006 und 2007 am Theater an der Rott ihr Talent unter Beweis gestellt.

Armin Stockerer feiert im kommenden Jahr dort sogar sein 30-jähriges Jubiläum. Als wichtigste Stationen außerhalb seiner Theaterheimat an der Rott betrachtet er seine Inszenierungen von Mozarts „Ascanio in Alba“ und Glucks „Iphigenie auf Tauris“ beim Bad Aiblinger Kultursommer sowie die Verkörperung des Brandner Kaspar im Deutschen Theater München und im Festspielhaus Füssen.

Sobotka stand bei den Burgfestspielen Mayen in unzähligen Stücken, wie zum Beispiel „Ein Sommernachtstraum“ oder „Pinocchio“, auf der Bühne. Schließlich führte ihr Weg beide Schauspieler in die Welt des Films und Fernsehens, wo sie unter anderem im „Komödienstadel“, bei „Dahoam is Dahoam“ oder „Aktenzeichen XY“ zu sehen waren.

„Indien“ aufzuführen, war schon lange ein großer Wunsch des Mühldorfers, das österreichische Original hat er ins Bayerische adaptiert. „Es ist eine philosophische Reise durch das Leben. In dem Stück sitzt jeder Satz, jede Pause ist Kunst“, schwärmt Stockerer. „Dabei ist es bayerisch derb, bitterböse und satirisch.“ Gekonnt wechselt die Stimmung der Aufführung von zunächst komisch und ruppig zu einer erschütternden Tiefgründigkeit, die zum Nachdenken anregt.

Ungewöhnliche
Männerfreundschaft

„Indien“ nennt sich das Ganze übrigens, weil Kurt Fellner permanent über die indische Lebensart philosophiert („In Indien essen’s den ganzen Tag nur Reis.“) und Indien für ihn ein Sehnsuchtsort ist.

Zu sehen gibt es diese Inszenierung einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft am Freitag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr im Kulturschupp’n Mühldorf. Weitere Vorstellungen sind am 25. und 26. Oktober sowie am 7. und 8. November um jeweils 19.30 Uhr. Karten gibt es im Kulturbüro Mühldorf unter 08631/612612 oder online unter www. muehldorf.de.

Freundschaft voller Abgründe

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