Haag – Die Planungen schreiten voran, der Zehentstadel in Haag nimmt weiter Form an. Auch bei der jüngsten Marktgemeinderatssitzung in der vergangenen Woche war er Thema. Konkret ging es dabei um die Gestaltung des Ostteils, welche Frieder Lohmann und Anna Kragler vom zuständigen Architekturbüro Rieger Lohmann Architekten vorstellten.
Die beiden Planer hatten bereits im April einen Vorentwurf präsentiert. Abwägungen wurden in diesem neuen Entwurf, so gut es geht, eingearbeitet, informierte Frieder Lohmann das Gremium und zeigte auf der Leinwand ein Bild des Grundrisses.
Kosten für den
Ostteil steigen an
Abgeändert wurde der L-förmige Annexbau im Erdgeschoss des Mittelteils, um mehr flexible Nutzungsfläche zu schaffen. „Wir verbauen uns weniger und haben mehr Möglichkeiten“, betonte Lohmann. Auch die Lager für Stühle und sonstiges wurden den Auflagen entsprechend umgeändert.
Nun wurde auf das Herzstück des Ostteils eingegangen: das Integrations-Café. Hierfür wurde extra ein Küchenplaner engagiert, der speziell die Abläufe der Küche und der Bar planerisch optimiert. So wurde beispielsweise in der Bar die Tiefe der umlaufenden Arbeitsfläche auf 60 Zentimeter erweitert.
Im Innenbereich des Cafés ist Platz für etwa 30 Gäste vorgesehen, ergänzt wird dies durch eine Außenterrasse mit circa 20 Sitzplätzen. Wird die mobile Trennwand geöffnet, können für Veranstaltungen und Familienfeiern sogar bis zu 85 Personen Platz finden.
Die Tische und Bänke werden von Schreinern hergestellt und sollen aus einheitlichem Holz gefertigt werden, um eine harmonische Atmosphäre zu schaffen. Die Stühle stammen aus der industriellen Fertigung.
Kragler ging nach dieser Vorstellung auf die Kosten des Projekts ein. Diese sind gestiegen von 3,3 Millionen auf etwas über 3,7 Millionen Euro, die für den Ostteil aufgebracht werden müssen. Verantwortlich dafür ist unter anderem eine Baukostensteigerung von 0,8 Prozent.
Gestartet werden soll mit der Baustelle Mitte 2026, die Förderstelle geht als Fertigstellungsdatum vom 31. März 2028 für den Bauabschnitt 2 – Ostteil Zehentstadel aus.
Nach der Präsentation meldete sich Klaus Breitreiner (CSU) zu Wort. Er wollte wissen, ob es möglich wäre, einen Pachtvertrag für die Gastronomie ohne die Möblierung festzulegen. Denn das sei im Normalfall üblich. Sissi Schätz (SPD) entgegnete aber, dass die Gemeinde darauf Einfluss haben will, damit dann auch das Gesamtbild stimmt.
Kritik an „wuchtiger“
Theke ebbt nicht ab
Für Diskussion sorgte jedoch etwas anderes. Das sogenannte „Goldstück“. Gemeint ist damit die Theke im Café – und deren Optik missfällt einigen.
Sie wirke „bullig“ und „wuchtig“, hieß es bereits in der Juni-Sitzung. Das „Goldstück“ nehme auch Platz weg und beschneide die Raumtiefe, so die Kritik weiter.
Darüber hinaus sei das Sichtfeld für Mitarbeiter, die in dieser Hülle hinter der Theke stehen, mehr als beschränkt. Dennoch wurde es in der Juni-Sitzung so gebilligt, was Eva Rehbein (SPD) in der jüngsten Sitzung noch einmal erwähnte. Parteikollege Siegfried Maier betonte anschließend, dass das Gremium hier in die Gänge kommen sollte, da es auch Zeitschienen einzuhalten gebe – besonders was die Förderung angeht.
Schließlich wurde im Gremium eine namentliche Abstimmung gefordert und dieser auch zugestimmt. Es folgte der Beschluss, dass der Marktgemeinderat die Entwurfsplanung billigt und die Architekten und Fachplaner mit der nächsten Stufe der Planungsleistungen für den Ostteil des Zehentstadels beauftragt werden sollen. 13 Mitglieder – und damit die Mehrheit – stimmten dafür. Dagegen votierten Christine Sax (Grüne), Stefan Högenauer (CSU), Andreas Sax (CSU), Klaus Breitreiner (CSU), Michael Haas (CSU) und Thomas Eberharter (CSU).
Im Anschluss an die Gemeinderatssitzung folgte die des Bau-und Umweltausschusses. Der öffentliche Teil konnte aber sehr kurz gehalten werden. Es ging um den Gehwegbelag zwischen der Lerchenberger Straße 4 und Hausnummer 18. Im Zuge des Ortsnetzausbaus der Stromversorgung muss der Gehweg aufgegraben werden.
In der Vergangenheit beschwerten sich Anwohner über das dortige Granitkleinsteinpflaster. Denn der bestehende Belag besitzt eine relativ raue Oberfläche, wodurch das Befahren mit Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwägen erschwert wird.
Auch beim Schneeräumen sei der Belag unkomfortabel, lautete die Kritik. Daher wurden die Grundstückseigentümer nach einer Alternative befragt. Hier fiel die Wahl auf ein Betonpflaster, das im Halbverband verlegt wird. Das bedeutet: Die Pflastersteine werden nicht in einer Linie, Kante an Kante, angeordnet, sondern um die Hälfte nach vorne versetzt. Der Ausschuss stimmte zu, dass der Gehweg nach der Stromkabelverlegung mit diesem Betonpflaster erneuert werden soll.