Mühldorf – In der jüngsten Kreistagssitzung stellte Klinik-Vorstandsvorsitzender Thomas Ewald seinen alljährlichen Bericht aus dem „InnKlinikum“ vor. Was in den vergangenen Jahren noch für stundenlange Diskussionen der Kreisräte sorgte, war heuer in gut 30 Minuten abgehakt: das Defizit des „InnKlinikums“ Mühldorf und Altötting.
Ewald konnte mit Blick auf Unruhe an anderen Klinikstandorten wie Vogtareuth (Teilschließung) und Landshut (anstehende Fusion) vermelden: „Wir haben diese Unruhe hinter uns, sind im fünften Jahr der Fusion und haben unsere Standorte bereits neu und erfolgreich sortiert.“
Rückblick auf
bewegte Jahre
Er blickte auf bewegte Jahre am „InnKlinikum“ zurück: die Fusion im Jahr 2020, zahlreiche strategische Neuausrichtungen sowie ein tiefgreifender Wandel der Versorgungsstruktur. „Dies alles sind Herausforderungen, die vielen anderen Krankenhäusern in Deutschland noch bevorstehen. Nun zeigt sich, dass der vom ,InnKlinikum‘ eingeschlagene Weg Früchte trägt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.
Es sei in den vergangenen drei Jahren gelungen, das Klinik-Defizit spürbar zu senken: von 33,4 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 28,6 Millionen Euro im Jahr 2024 und weiter auf 23,1 Millionen Euro im laufenden Jahr 2025. „Für 2026 wollen wir unter die Marke von 20 Millionen Euro kommen.“ Das Fernziel sei ein Klinik-Defizit im einstelligen Bereich.
Patientenzahlen
steigen stetig
Das „InnKlinikum“ sei heute an allen vier Standorten stabil aufgestellt, so Ewald. Der Standort Mühldorf wurde zu einer Fachklinik mit Notfallzentrum entwickelt, Altötting ist als Schwerpunktversorger mit eigenem Notfallzentrum etabliert. In Haag und Burghausen wurden die Klinikstandorte erfolgreich in Gesundheitszentren überführt, die ein breites Spektrum medizinischer, pflegerischer und therapeutischer Leistungen bieten, darunter Medizinische Versorgungszentren, Kurzzeit- und Tagespflege sowie physiotherapeutische Angebote.
Die Patientenzahlen steigen stetig: von 32000 stationär behandelten Patienten im Jahr 2022 auf voraussichtlich 36100 im Jahr 2025. Auch die Notfallzentren beider Standorte spiegeln den gestiegenen Bedarf wider: In Altötting ist die Zahl der Patienten seit 2020 um 48 Prozent gestiegen – von 28699 auf 42535; in Mühldorf um 39 Prozent – von 18280 auf 25347 Notfallpatienten im Jahr 2024.
Das Notfallzentrum Mühldorf versorgt im Schnitt täglich 70 Patienten, das Notfallzentrum Altötting 111. Ein Grund dafür sei, dass es immer weniger Hausärzte gebe und die Menschen deshalb vermehrt das Krankenhaus aufsuchen. Das neu gebaute Bettenhaus in Mühldorf zeige, wie moderne Gesundheitsversorgung in kommunaler Trägerschaft aussehen kann und sei ein klares Bekenntnis zum Klinikstandort Mühldorf, so Ewald.
„Klinik des Vertrauens“
für die Bürger
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach habe bei der Einweihung die Region als vorbildlich im Sinne der dringend notwendigen strukturellen Neuausrichtungen im Zuge der Krankenhausreform gewürdigt. Und auch innerhalb der Mitarbeiterschaft habe diese Investition von 43 Millionen Euro für einen weiteren positiven Ruck gesorgt. Noch laufen Restarbeiten in dem Neubau, Ende des Jahres könnten dort die ersten Patienten einziehen.
Der „InnKlinikum“-Vorstandsvorsitzende schickte einen Dank an die KlinikMitarbeiter: „Ohne ihren täglichen unermüdlichen Einsatz, ihre Flexibilität und ihr Engagement wären die erreichten Meilensteine nicht möglich gewesen. Sie haben die umfassende Transformation mitgetragen und maßgeblich gestaltet.“
Der Belegschaft dankte auch Mühldorfs Landrat Max Heimerl ausdrücklich und betonte: „Das wichtigste Ziel ist, auch künftig für die Bürgerinnen und Bürger die Klinik des Vertrauens in der Region zu sein.“