Pfaffing – Fachkräfte sind knapp, die Gemeindeverwaltung hat mehr als genug zu tun, aber die Aufgabenliste ist lang. Das Pfaffinger Rathaus kam nun auf die Idee, Dienste des „Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München“ zu nutzen.
Der Geschäftsführer dieses Verbandes, Marc Wißmann, stellte das Unternehmen vor und sich den Fragen der Gemeinderäte. Seinen Ursprung, so Wißmann, habe der Verband in der Nachkriegszeit, als möglichst schnell geplant und gebaut werden sollte. Als diese Aufgabe in den 1970er-Jahren großteils bewältigt war, hätten sich die damals Verantwortlichen zum Weitermachen entschlossen. Zu den Hauptaufgaben zählten nach wie vor die Änderungen von Flächennutzungsplänen und die Aufstellung und Bearbeitung von Bebauungsplänen. Hinzu kämen die Ortsentwicklung mit Bauleitplanung, das Erstellen von Landschaftsplänen, das Untersuchen von Möglichkeiten der Nachverdichtung, Wohnbaukonzepte und die dazugehörigen Variantenvergleiche, Bürgerbeteiligungen und Vergaben. Heute arbeite der Verband mit Sitz in München und 55 Mitarbeitern für 179 Städte und Kommunen in acht Landkreisen. Dabei, so Wißmann, sei man „frei von privaten und politischen Interessen“. Vor allem von Behörden werde die Zusammenarbeit durch die langjährige Erfahrung geschätzt. Zudem beherrsche man deren Austauschformate. Allein im Jahr 2024 waren 186 Bebauungspläne und 103 Flächennutzungspläne in der Bearbeitung.
Nun gehe es darum, ob zu den 188 Mitgliedern die Gemeinde Pfaffing dazukomme. Aus dem Landkreis Mühldorf, so der Geschäftsführer weiter, sei dieses Jahr Obertaufkirchen beigetreten und für nächstes Jahr werden aus dem Landkreis Rosenheim Brannenburg, Söchtenau, Bad Aibling sowie Obing, Pittenhart und Kienberg aus dem Landkreis Traunstein erwartet.
Der Mitgliedsbeitrag betrage 46 Cent je Einwohner und damit 1800 Euro; Projekte würden nach Stunden von Sätzen bis zu 114 Euro abgerechnet. Dafür biete man rund um diese Planungen vor allem Beratungen, Statistiken und Erfahrungsaustausch. Es gebe eine Zusammenarbeit mit Rechtsanwaltskanzleien, jedoch ohne Rechtsberatung.
Von Gemeinderäten kamen Fragen, etwa nach Radwegen und Fördermitteln. Dabei helfe man, so der Geschäftsführer, doch sei man im „Tourismus bisher wenig tätig“ gewesen. Bürgermeister Josef Niedermeier (FWF) warb für den Beitritt, dadurch könne man auch einen „Wissens-Pool“ nutzen. Dennoch sollten laufende Projekte von den bisherigen Planern wie bisher weiter- geführt werden, lediglich bei etwas Neuem biete sich der Verband an.
Ratsmitglied Tobias Forstner (ÜWG) erwähnte Albaching als Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft dahingehend, ob sich dessen Beitritt nicht auch anbieten würde. Denn selbst nutze die Verwaltung für Planungen den Verband, während Albaching die Kapazitäten im Rathaus beanspruche.
Das sei nicht so, beschied der Bürgermeister, denn die Arbeitszeit sei entsprechend der Einwohnerzahl festgelegt, aber ein Beitritt „wäre nicht schlecht.“ Forstner hätte gerne den Beitritt noch verschoben und stimmte dagegen, zwölf waren dafür.