Nachlass von Soyens Heimatforscher nun beim Stadtarchiv

von Redaktion

Umfangreiche Sammlung von Timotheus Winkler übergeben

Wasserburg/Soyen – Eine nicht alltägliche Runde versammelte sich im Stadtarchiv zur Übergabe der von Heimatforscher Timotheus Winkler zusammengestellten umfangreichen Aufzeichnungen zur Gemeindegeschichte Soyens. Acht fein säuberlich mit der Hand geschriebene Bände wurden von dessen Enkeln Johannes und Timotheus Winkler dem Stadtarchivar Matthias Haupt überreicht. Enthalten sind darin bis ins Mittelalter zurückreichende Informationen und Geschichten über die örtlichen Familien, Anwesen und Ereignisse, die ehemaligen Burgen in Hohenburg und Königswart, die Geschichte der Kirchen und die politische und wirtschaftliche Entwicklung in der Gegend. Der Nachlass solle künftig optimaler aufbewahrt und besser als in der Heimatgemeinde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, wurde allgemein gewünscht. Als besonderen Augenblick bezeichnete Bürgermeister Michael Kölbl in Gegenwart der Enkel Winklers und Vertretern der Gemeinde Soyen diese Aushändigung des Nachlasses. Winkler habe ja in der Region des Altlandkreises geforscht und auch heute würden immer wieder Forschungen in Auftrag gegeben. Die Archivalien seien im Stadtarchiv bestens aufgehoben, versprach er. Soyens Bürgermeister Thomas Weber bedankte sich seinerseits zunächst bei allen mit diesem Nachlass Befassten, vor allem aber bei seinem Heimatpfleger und Gemeinderat Dr. Hans Hinterberger für die bisherige Unterstützung. Er freue sich besonders über die Möglichkeit, die wertvolle historische Hinterlassenschaft in Wasserburg fachgerecht zu bewahren und zugänglich zu machen, was in seiner Heimatgemeinde nicht so gut möglich wäre. Begeistert zeigte sich auch Stadtarchivar Matthias Haupt. Noch niemals habe er einen so gut erschlossenen Bestand mit detailliertem Verzeichnis übergeben erhalten. Normalerweise beginne ja seine Arbeit erst, wenn die Dokumente auf seinem Tisch lägen. So sei alles leicht in das Archivgut zu integrieren. Zudem erinnerte Haupt an die Bezüge Winklers zu Wasserburg und im Besonderen an die zum Stadtschreiber Joseph Heiserer. Nun könne jeder Interessierte zu Höfen, Familien und Pfarrgeschichte selber weiterforschen. Auch die umfangreiche Fotosammlung des 1968 zum Ehrenbürger Soyens ernannten, 1978 verstorbenen Heimatforschers, dem 1961 das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, sei bemerkenswert, so Haupt. Da Wasserburg ja Zentralstandesamt sei und derzeit auch zuständig für elf Nachbargemeinden ohne eigenes Standesamt, sei ein weiterer Schritt zur Erleichterung von Nachforschungen nun gemacht. Der Soyener Dr. Karl Knauer, der ebenfalls an den Vorbereitungen zur Übergabe beteiligt war, bereicherte vor der verbindlichen Unterschrift zur Übergabe durch Johannes Winkler die Runde noch mit einigen Geschichten aus dem Leben des Heimatforschers und seiner Familie. Und Enkel Timotheus klärte die Anwesenden auch noch über den Ursprung seines für Bayern eher ungewöhnlichen, in der Familie Winkler aber immer wieder weitergegebenen Vornamens Timotheus auf. kr

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