Kirchdorf – Über eine Beschwerde von zwei Anwohner der „Raketenstation“ debattierte der Kirchdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Anlieger hatten diese bereits im September vorgebracht. Abends und nachts sei es dort aufgrund feiernder Jugendgruppen sehr laut und gefährlich. Die betroffenen Bürger berichteten von Auto- und Motorradrennen, lauter Musik und immer wiederkehrenden schweren Unfällen. Spaziergänger würden sich laut Aussage der Bewohner nicht mehr trauen, dort hinzugehen. Kürzlich hatte es deswegen einen Termin mit der Polizeiinspektion Haag gegeben, wie im Gemeinderat zu hören war.
Der Gemeinderat debattierte deshalb über den Beitritt zum Zweckverband der kommunalen Verkehrsüberwachung. Dadurch könnten an der Raketenstation Verkehrskontrollen durchgeführt werden. Diese könnten jedoch erst ab Mai 2026 erfolgen. Robert Späth (FWG Berg) gab zu bedenken, ob die Kosten der Kontrollen zu decken seien. Die Verkehrskontrollen seien durch die Strafzahlungen zu finanzieren. Laut Späth gebe es wahrscheinlich nicht so viele durchfahrende Autos an den entsprechenden Straßen. Geschäftsleiter Holger Noll warf ein, dass „der beste Erfolg die erhöhte Sicherheit“ sei. Es würden auch Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt.
Kein erhöhtes
Unfallgeschehen
Josef Schneider (FWG Kirchdorf) sah ebenfalls kein erhöhtes Unfallgeschehen an den betroffenen Straßen. „Mit 30km/h schiebt ja der Fahrradfahrer von hinten an“. Der Mitgliedschaft zur Verkehrskontrolle wurde mit sieben Stimmen dafür und drei Gegenstimmen zugestimmt. Anschließend wurde die Energieversorgung der Gemeinde thematisiert. In Kirchdorf gebe es einige Windvorranggebiete, bei denen ein bestimmter Prozentanteil für Windenergie zur Verfügung gestellt werden müsse. Derzeit gebe es im Landkreis noch keine großen Energieanlagen. Das weitere Verfahren werde mit den Eigentümern der Flächen besprochen, so Bürgermeister Christoph Greißl (FWG Kirchdorf).
Zuletzt stand der Breitbandausbau in der Gemeinde auf der Tagesordnung. Da einige Haushalte nicht von der zuständigen Firma Leonet ursprünglich eingeplant sind, müssen diese eigenwirtschaftlich angeschlossen werden. Das festgelegte Budget reiche nicht für die übrigen Haushalte. Der Ausbau „geht schleppend voran“, so Greißl, da die Bautrupps nicht wüssten, welche Häuser vom eigenwirtschaftlichen Ausbau betroffen seien und welche nicht. Die Firma sei im Begriff, ihr Personal aufzulösen, weshalb es einige Schwierigkeiten gebe, einen Ansprechpartner zu finden. Josef Oberniedermaier warf ein, ob „der Ausbau gefährdet sei“. Greißl versicherte, der Ausbau stehe fest und meinte, dass „wir das scho irgendwie schaffa wern“.