„Das Beste ist gerade gut genug“

von Redaktion

Amerang weiht Millionenprojekt „Haus für Kinder und Vereine“

Amerang – Zwei Jahre Bauzeit, den erwarteten Kostenrahmen unterschritten und nur zufriedene Gesichter. Kein Wunder, denn bei der Einweihung des neuen Hauses für Kinder und Vereine in Amerang präsentierte sich ein auf Nachhaltigkeit basierendes, ortsbildendes Gebäude, das gleich mehrere Vorzüge in sich vereint. Weit mehr als ein Kindergarten soll es sein, ist es doch als moderner Betreuungsplatz und ein Ort der Begegnung für die Bürgerschaft und Vereine und für vielfältige Aktivitäten konzipiert worden, welches künftig die Lebensqualität in der Gemeinde nachhaltig stärken soll. „Das Beste ist gerade gut genug für uns!“ Dieser Anspruch hatte Planungen und die Ausführung stets begleitet.

Bau sogar halbe Million
günstiger als geplant

Bürgermeister Konrad Linner war bei der Vorstellung des Projekts sichtlich stolz auf das gelungene Gemeinschaftswerk, das nicht nur im baulichen Zeitrahmen geblieben ist, sondern auch noch eine halbe Million günstiger kam, als ursprünglich veranschlagt. Mit optimistischer Grundhaltung habe man sich im April 2022 an die Planung gemacht und schließlich auch das geeignetste Grundstück für das größte Projekt seit 30 Jahren gefunden. Trotz zahlreicher bürokratischer Regularien, so Linner, hätten Kooperationsbereitschaft mit den Planern, dem Gemeinderat und allen beteiligten Firmen dazu geführt, dass von Beginn an bis zur letzten Bodenleiste eine ruhige und geordnete Baustelle zum optimalen Ergebnis beigetragen habe. Erfreulich sei vor allem, dass man mit 8,4 Millionen Baukosten deutlich unter den veranschlagten 8,9 Millionen bleiben hätte können.

Was wirklich alles in diesem Gebäude steckt, erläuterte Architekt Michael Mayer. Er betonte, dass vor allem die präzisen Vorgaben von Seiten der Gemeinde es erleichtert hätten, dieses ökologisch nachhaltige Gebäude mit seinen nutzungsgerechten Räumen und Low-Tech-Lösungen zu errichten. Dezentrale Lüftungsgeräte würden eine Wärmerückgewinnung ermöglichen, im Neubau sorge zudem eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe über Fußbodenheizung für angenehmes Raumklima. Die Hybridbauweise mit 56 Prozent Recyclingbeton und geschickt angeordneten, beschattenden Holzanteilen sei mit natürlichen Baustoffen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Eine Photovoltaikanlage mit 59 kWp ermögliche zudem einen hohen Eigenanteil bei der Stromversorgung. Mit seinen 2700 Quadratmetern habe dieses zukunftsweisende Gebäude deshalb auch das Nachhaltigkeitssiegel erhalten.

Begeistert von diesen Angaben zeigte sich stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier in ihrem Grußwort. Man sehe daran, wie man Zukunft baulich gestalten könne. Es sei ein imposanter Bau entstanden, der auch ausstrahle, dass er an diese Stelle hingehöre.

Sepp Reithmeier, Bürgermeister von Pittenhart und Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Chiemgauer Seenplatte, hob seinerseits hervor, dass sich 25 Jahre Zusammenarbeit wieder einmal gelohnt hätten. Das tolle Projekt, das den Leader-Gedanken wunderbar erfülle, zeige, dass die 180000 Euro Fördersumme gut angelegt seien.

Für die Vereine gab Maria Höhne ihrer Freude Ausdruck, dass 18 Jahre provisorische Räumlichkeiten für die Kinder- und Jugendarbeit im Trachtenverein endlich ein Ende hätten. Man habe, wie die Ameranger Dorfmusik, die die Feier auch musikalisch begleitete, endlich eine Heimat gefunden, nicht nur für eine Übergangszeit, sondern hoffentlich für die nächsten Generationen. Eine Kostprobe des Könnens der Jüngsten fand im Anschluss großen Beifall.

Die ökumenische Segnung der Räume schloss sich an die Ausführungen und Dankesworte an. Pfarrerin Solveig Umbreit und Pfarrer Tobias Kranzhorn betonten dabei die Wichtigkeit göttlichen Segens, der das Haus für Kinder und Vereine als Ort fröhlichen Spielens und gemeinsamen Gestaltens positiv begleiten möge. Das Reich Gottes sei immer da, wo sich Menschen einander zuwenden würden. So könne in gegenseitigem Vertrauen Gemeinschaft wachsen und gedeihen.

Die Kleinsten wünschen
sich eine Kletterwand

Zum Abschluss überreichten die Kindergartenkinder noch jedem am Bau Mitwirkenden eine Rose als Anerkennung. Claudia Golder, Leiterin der Einrichtung, betrachtete abschließend das Haus als Investition in die Zukunft. Diesen Ort, der offen sei für neue Ideen, würden die Kinder mit Lachen und Leben füllen. Es sei nicht nur ein Haus aus Stein und Holz, sondern auch ein Ort voller Vertrauen, Kreativität und Energie.

Bevor zum gemeinsamen Mittagessen gerufen und die Besichtigung des Hauses ermöglicht wurde, gab es aber von den Kleinsten noch einige Wünsche an alle Anwesenden mit auf den Weg. Ein paar Geräte und eine Kletterwand für die Turnhalle oder eine Schaukel fehlen halt noch, so war zu hören. Vielleicht findet sich ja noch ein Sponsor.

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