Zwei Schlägereien in acht Tagen

von Redaktion

Was ist am Bahnhof Mühldorf los? Polizei sucht Zeugen

Mühldorf – Hat der Bahnhof Mühldorf ein Sicherheitsproblem? Innerhalb von acht Tagen kam es hier zu zwei Schlägereien. Diesmal nicht in der Bahnhofsvorhalle, sondern auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 4 und 5; diesmal ist ein 17-Jähriger das Opfer.

Nach Angaben der Bundespolizei saß am vergangenen Dienstag gegen 13.15 Uhr ein 17-Jähriger am Bahnsteig auf einer Sitzbank, als er von einem noch unbekannten Täter angesprochen wurde.

Unvermittelt ins
Gesicht geschlagen

Als der 17-Jährige dem Täter nicht folgen wollte, soll dieser den Sitzenden unvermittelt mit mehreren Schlägen im Gesicht und am Hinterkopf traktiert haben. Der 17-Jährige erlitt erhebliche Verletzungen im Kopfbereich, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten.

Die Bundespolizei geht laut Pressemitteilung davon aus, dass dabei ein zweiter Täter Schmiere gestanden hat. Auch gebe es Hinweise, dass der Haupttäter im Vorfeld der Tat mit einer größeren Gruppe unterwegs war, die sich schon längere Zeit im Bereich des Bahnhofs Mühldorf aufgehalten haben könnte.

Acht Tage zuvor, am Montag, 13. Oktober, wollten gegen 15.30 Uhr drei Männer zwischen 15 und 21 Jahren einen 15-jährigen Mühldorfer aus dem Bahnhof drängen. Dabei kam es zu einem Gerangel, und ein Täter soll den Mühldorfer mit einem Gegenstand in die Rippen geschlagen haben. Vor einer Woche hat das Aufschreien einer Bahnmitarbeiterin den Vorfall beendet. Diesmal war es ein Triebwagenführer, der die Bundespolizei alarmierte, sagt Polizeisprecher Jan-Uwe Polte. „Zum Ergreifen der Täter war es leider zu spät.“ Die Polizei setzt jetzt auf Zeugen.

Polizeisprecher Polte kann weder zum Anlass der jüngsten Schlägerei etwas sagen noch, ob es Zufall oder ein vorgefasster Tatplan war. Laut Polte gebe es auch „keinen Anhaltspunkt“, dass ein Zusammenhang mit dem Vorfall acht Tage zuvor besteht.

Trotz der jüngsten Vorfälle hält Polte an seiner Einschätzung fest: Der Bahnhof Mühldorf habe ein „hohes Maß an Sicherheit“. So gingen die Straftaten im Vergleich zu den Jahren 2023 und 2024 um ein Drittel (32 Prozent) zurück. „Insbesondere die Körperverletzungs- sowie Eigentumsdelikte, die für das Sicherheitsgefühl von besonderer Bedeutung sind, bewegen sich auf einem niedrigen Niveau.“ Dass sich jetzt zwei Vorfälle in kurzer Zeit ereignet haben, sei ein „unglücklicher Zufall“, der an der Grundaussage nichts ändere. Die Bundespolizei prüfe zusammen mit der Deutschen Bahn, „wie man den Bahnhof Mühldorf auch durch Überwachungstechnik sichern kann“, versichert Polte. „Was die Polizei möglich machen kann, macht sie. Wir probieren alles, um für die Bevölkerung da zu sein.“

Zeugen gesucht

Hausherr und Chef der Südostbayernbahn (SOB), Matthias Krause, bedauert den jüngsten Vorfall, versichert aber zugleich, dass die Fahrgäste keine Angst haben müssen, setzt die Vorfälle ins Verhältnis: „Wir haben 35000 Fahrgäste am Tag.“ Gleichwohl werde der Sicherheitsbeauftragte der SOB das Gespräch mit der Bundespolizei und der DB Sicherheit suchen, „damit wir die Sicherheit für unsere Kunden und Mitarbeiter weiter erhöhen“, versichert Krause. Die Bundespolizei sucht für beide Vorfälle Zeugen. Wer etwas beobachtet hat oder Hinweise geben kann, kann sich bei der Bundespolizei telefonisch unter 08631/16660-0 oder 08654/ 7706-0 oder via E-Mail an bpoli.freilassing@polizei. bund.de melden.

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