Debatte um Zufahrt zu neuem Feuerwehrhaus

von Redaktion

Die Feuerwehr Steppach soll ein neues Haus bekommen. Das hatte die Gemeinde Edling schon vor zwei Jahren beschlossen. Nun gab es aber erneut große Diskussionen über die Zufahrt am neuen Standort. Was das Problem ist und wie es nun für das Projekt Feuerwehrhaus weitergeht.

Edling – Eigentlich hat der Edlinger Gemeinderat schon vor zwei Jahren beschlossen, dass die Feuerwehr Steppach ein neues Feuerwehrhaus bekommen soll. In der jüngsten Sitzung hätten dazu deshalb nur die Vergabearbeiten beschlossen werden sollen. Zum Entwurf hatten die Gemeinderäte kaum Fragen – und dennoch sorgte der Bau für große Diskussionen im Gremium.

Ist der Standort
richtig gewählt?

Grund dafür war die Zufahrt zum neuen Standort des Feuerwehrhauses in Ramsau beim Sportplatz Lindenpark. Sandra Waldherr (UBG) warf ein, dass die Straße dort sehr eng sei. „Wenn es hier um Ausgaben in Höhe von 2,8 Millionen Euro geht, sollten wir noch mal darüber nachdenken, ob der Platz der richtige ist“, sagte sie.

Auch Florian Prietz (UBG) kam auf das Thema Zu- und Abfahrt zu sprechen. „Auf der einen Seite ist ein Feldweg, auf der anderen eine Straße, die freitagabends bei Spielbetrieb der Fußballer keine Durchfahrt für die Feuerwehr mehr zulässt“, sagte er. „Wir können kein Häusl hinstellen, wenn wir keine Zufahrt haben.“

Gemeinde müsste
Grund erwerben

Stefan Färber (CSU) entgegnete: „Wir wollten die Feldstraße doch teeren.“ Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) sagte dazu jedoch, dass die Gemeinde dafür erst einmal mit den Grundeigentümern reden müsse. Die Feldstraße selbst gehört laut Schnetzer der Kommune – aber nur in der bestehenden Breite. Auch sie sei recht eng und würde im Rahmen von Ausbauarbeiten verbreitert werden, wofür die Gemeinde Grund erwerben müsste. Bisher seien Bemühungen diesbezüglich jedoch ohne Erfolg geblieben, so Schnetzer.

Auch der Nutzen der bereits geteerten Straße wurde skeptisch gesehen. „Wenn hier zwei Pkw aneinander vorbeifahren, müssen beide in die Wiese ausweichen. Ein Feuerwehrauto sollte hier nicht hineinfahren“, verdeutlichte Prietz die Situation vor Ort.

Schnetzer sah bei der Zufahrt aber kein so großes Problem. Günther Weiß (ÜWG) schlug vor, an der Straße ein Parkverbot aufzustellen. Jakob Berger (CSU) warf ein, dass das Platzproblem ja auch bestehe, wenn es „dort hinten brennt. Dann kommt dort niemand hin.“ Diese Argumente ließ Prietz nicht gelten. „Ich finde es etwas schade, dass das Problem abgetan wird“, sagte er. Günther Weiß bekräftigte, dass Florian Prietz nicht ganz Unrecht habe. „Wenn die Feuerwehr Steppach ausrücken muss und es kommt ein Auto entgegen, ist das wirklich ein Problem“, erklärte er.

Josef Krieger (ÜWG) sprach sich dafür aus, den Feldweg zu teeren. Dr. Stefan Schweitzer (CSU) schlug vor, gleichzeitig zu der Vergabe der Bauarbeiten ein Zufahrtskonzept zu erstellen.

Auf Vorschlag von Weiß äußerte sich auch ein Mitglied der Feuerwehr Steppach zur Debatte. „Wir hatten die Diskussion bereits vor zwei Jahren. Die Straße verbreitert sich automatisch, weil sie ausgefahren wird“, sagte der Feuerwehrmann.

Bei einer Sportveranstaltung am Freitag sei jedoch klar, dass die Feuerwehr im Falle eines Einsatzes eventuell nicht am Sportplatz vorbei hinausfahren könne, sondern einen längeren, aber dafür einfacheren Weg über die andere Seite nehmen müsse, so der Floriansjünger – und meinte weiter: „Das wird sich dann entwickeln.“.

Insgesamt wohnten rund 30 Zuschauer der Sitzung des Gemeinderates bei – viele von ihnen wegen dem Tagesordnungspunkt Feuerwehrhaus. Wolfgang Baumann (ÜWG) wollte noch wissen, wo die Feuerwehrleute im Falle eines Einsatzes parken könnten. Schnetzer antwortete, dass Parkplätze am Feuerwehrhaus für die Einsatzkräfte reserviert würden.

Sandra Waldherr betonte schließlich noch einmal, dass die Zu- und Abfahrt geregelt sein sollte, bevor die Gemeinde die Aufträge für den Bau vergebe. Prietz gab ihr Recht. „Wir planen jetzt etwas für fast drei Millionen Euro. Hier haben wir auch Verantwortung. Für so viel Geld eine halbherzige Zufahrt in Kauf zu nehmen, finde ich schade“, sagte er. Vielleicht könne die Gemeinde noch mal mit den Grundstücksbesitzern reden, schlug er vor.

Beschluss verschieben
oder Kompromiss

Bürgermeister Matthias Schnetzer fasste die Möglichkeiten für die Sitzung zusammen. „Entweder wir verschieben den Punkt und machen uns zuerst an die Straße ran. Das kann jedoch Jahre dauern. Oder wir beschließen den Bau heute“, sagte er. Einen Kompromiss der beiden Möglichkeiten, also den Bau mit dem Zusatz, die Gemeinde soll sich um die Zufahrt kümmern, sei keine Garantie dafür, dass die Gemeinde mehr Grund für den Ausbau der Feldstraße bekomme, ergänzte Schnetzer.

Helmut Hammerbacher (UBG), Weiß und Schweitzer waren dafür, den Bau zu beschließen. „Man sollte gleich mit dem Beschluss anfangen, zu überlegen, wie die Zufahrt optimiert werden kann“, sagte Schweitzer. „Dann muss uns aber bewusst sein, dass, wenn die Grundstücksverhandlungen scheitern, der Status quo dann so bleibt“, erklärte Schnetzer. Denn die Vergabe des Baus könne nicht zurückgezogen werden. Nicole Bauer-Schäfer (ÜWG) schlug als weiteren Kompromiss vor, den Beschluss um einen Monat zu vertagen und noch mal eine Tendenz bei den Grundstückseigentümern einzuholen.

Gemeinderat einigt
sich auf Beschluss

Letztlich einigte sich der Gemeinderat darauf, den Auftrag für den Bau des Feuerwehrhauses in Ramsau für rund 2,8 Millionen Euro an das Architekturbüro Schindler aus Rosenheim zu vergeben. Zudem soll die Gemeinde ein Zufahrtskonzept erarbeiten. Der Beschluss wurde mit einer Gegenstimme von Sandra Waldherr angenommen. Die Auftragsvergabe der Fachplanungen wurde anschließend einstimmig beschlossen.

Vergabe der Bauarbeiten

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